II. Geologisches.
Umformungen eines Strandsees.
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Depressionen werden ziemlich häufig am Ostseegestade ange-troffen 1 ) und müssen unter denselben zur ersten Art gerechnet werden,vor allen jene schon erwähnte Seen-Niederung im Norden Fehmarns (wo der Spiegel des nördlichen Binnensees — i m tief gelegen istund derjenige der Blankenwisch — 1,1 m.); an der Westküste der-selben Insel die Depression des Fastenkampsees (— 0,9 m); in derNähe des holsteinischen Vorsprungs Dahmer-Höved das seenloseDahmer Moor mit — 1,2 m Meereshöhe, und auf der mecklen-burgischen Halbinsel Buk der — 0,6 m gelegene Rieden.
Zur zweiten Abtheilung gehört das Thal der Brökau, jenesschon erwähnte Wiesenthal zwischen dem sog. Oldenburger Landeund dem eigentlichen Wagrien . Hier werden die tiefsten Punktevon Seen eingenommen, von denen der Wesseker See — 0,9 m,der Gruber See dagegen — 1,5 m Meereshöhe hat. Ausserdem istnoch die Depression des Hemmelsdorfer Sees (— 0,3 m) hierher zurechnen.
Die dritte Kategorie wird vertreten durch die Wiesenniederung,in welcher sich der grosse und der kleine Lütjenburger Binnensee(beide — 0,9 m gelegen) befinden, und durch jene im Westen derHohwacht -Bucht gelegen, welche nur theilweise unter den Meeres-spiegel reicht und in dieser Depression den Sehlendorfer Binnensee(— 0,9 m) enthält.
Schliesslich ist auch die Anzahl derjenigen Depressionen nichtganz gering, welche durch die Hand des Menschen zu Stande ge-kommen sind oder durch dieselbe ihre jetzige Ausdehnung erreichthaben 2 ). Auf der Insel Alsen wurde von der jetzigen Nordosteckeder Steg-Wiek die beckenförmige Erweiterung des Olde-Noor ab-getrennt, ausgetrocknet und dadurch eine Depression' geschaffen.Die Südwestecke derselben Bucht verlängerte sich früher ebenfallsweiter landeinwärts in zwei durch Engen verbundenen Seebecken,dem Meel-See und dem Bund-See, deren Stellen jetzt die künstlichgeschaffenen gleichnamigen Depressionen mit — 1,4 m, resp. — 2,3 meinnehmen.