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Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
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96
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96 II. Geologisches. Hebungsverh. an den heutigen Ostseeküsten.

bildung sei, was doch in Wirklichkeit nicht der Fall ist, denn wodas Material einer Steilküste ein lockeres und weiches ist, da wer-den bei intensiver Hebung zwar Sandbänke aber keine eigentlichenSkären aus dem Wasser hervortauchen.

Beispielsweise fehlen an den Küsten der beiden schwedischenProvinzen Schonen und Halland (bis Warberg ) die Skären fast gänz-lich, obgleich nördlich von Landskrona das Hebungsgebiet wiederbeginnen soll. Dies erklärt sich aber leicht aus dem Umstande,dass hier harte'Gesteine .theils völlig fehlen, theils in sehr bedeu-tender Mächtigkeit von weichen Ablagerungen bedeckt werden.An manchen Punkten, wo der felsige Kern in weniger grosser Mäch-tigkeit überlagert wird, findet man dagegen auch hier felsige Klippenund Andeutungen von Skären. Dies ist namentlich der Fall beidem Halland-As und der vorliegenden Insel Hallands-Väderö. Dasfelsige Vorgebirge Kullen ist dagegen frei von Skären.

Ausser den bereits erwähnten Hebungsküsten unterliegen nachForchhammer 1 ) auch Bornholm und die Gruppe der dänischenInseln nordöstlich von einer Linie, die man sich von der Mitte desNissumfjords in Jütland nach Nyborg auf Fünen und von dort nachMöen gezogen zu denken hat, einer Hebung von allerdings nurgeringen Dimensionen. An Möens Küsten sind nach Puggaard 2 )Strandlinien zu erkennen, die ca. 1,5 m über dem jetzigen mittlerenWasserspiegel liegen und vor denen sich stellenweise nicht unbe-trächtliche gehobene alluviale Flächen befinden. Das steile Vorge-birge Möens-Klint ist auf solche Weise den Angriffen der Wellenentrückt worden und leidet nur noch durch die Atmosphärilien.

So unbedeutend nun auch hier der Betrag der Hebung in vertikalerRichtung ist, so sind die Wirkungen in horizontaler Richtung trotz-dem nicht unerheblich, da das Meer innerhalb der dänischen Inselnsehr flach ist. So sind anscheinend manche ehemals getrennte Inselnin Folge der Hebung zu einer einzigen vereinigt worden und mandarf namentlich das heutige Laaland als das Produkt einer solchenWirksamkeit ansehen 3 ). Es bezeugen nämlich hier die morpholo-gischen Verhältnisse, dass die Nakskov - und die Rödby-Föhrde inprähistorischen Zeiten mit einander in Verbindung gestanden haben,da zwischen der südöstlichen Spitze der ersteren und der nordwest-

*) a. a. O. S. 485.

2 ) a. a. O. S. 95.

8 ) Hansen, a. a. O. S. 9.