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Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
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376

IV. Biologisches. Seestrandsflora.

Quelle

Boll

Labiatae:

Galeopsis Tetrahit L.

»

Stachys palustris L.

Boll

Salicinae:

Salix repens var. argentea.

v. Sass

Gramineae:

Avena strigosa Schreb.

Boll

Calamagrostis Epigeios Roth.

Boll

Rosaceae:

Rubus caesius L.

Boll

Rubiaceae:

Galium verum L.

Boll

Convolvulaceae:

Convolvulus arvensis L .

Das interessanteste Beispiel einer Wanderung vom Binnenlandean die Seeküste bietet von den erwähnten Arten Diplotaxis tenuifolia.Dieselbe ist von Böhmen aus in den Thälern des Main und derElbe abwärts gewandert und in Belgien und Mecklenburg bereitsheimisch geworden. Von letzterem Lande wanderte sie weiterostwärts auf dem Wege, den die Küstenlinie der Ostsee darbietetund wurde 1819 bei Pillau , 1823 bei Memel , 1825 bei Riga und1858 bei Reval gefunden. Sie scheint hier aber völlig auf denSeestrand beschränkt geblieben zu sein und nicht weiter landeinwärtsvorzudringen 1 ).

d. Seestrands-Varietäten binnenländischer Pflanzen.

Aus der obigen Uebersicht der binnenländischen Pflanzen desSeegestades sieht man, dass manche dieser Arten unter dem Ein-flüsse der veränderten Existenzbedingungen am Meeresstrande zubesonderen Varietäten umgeformt worden sind. Diese Umformungenhaben auf verschiedenartige Weise stattgefunden 2 ). Manche Artenwurden, wol im Kampfe mit den heftigen Winden an der Küste,auf dem Seestrande ästiger und kräftiger, andere, wie Linaria vulgarisViola tricolor und Polygonum aviculare, erhielten dickere undfleischigere Blätter und noch andere eine veränderte Art der Be-deckung. Manche sonst wenig behaarte Pflanzen, wie Anthyllis

') Zur Flora der Ostseeprovinzen (a. a. O.).*) Boll, a. a. O.