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dustrie », von Bergwerksindustrie, « forstwirtschaftlicher In-dustrie » etc. sprechen. Allein mit Bezug auf die Urproduktions-arten ist der Ausdruck «Industrie» doch ungebräuchlich undman wendet denselben in der Regel nur an, um damit die-jenige Betriebsamkeit oder Beschäftigung zu bezeichnen, welchein der Verarbeitung und Umwandlung von Rohproduktenund anderen Gegenständen aller Art besteht, so dass dieselbeneine neue Form oder eine neue Verwendungsfähigkeit erhalten.Die so veränderten Gegenstände sind « Fabrikate » oder« Halbfabrikate », je nachdem noch eine weitere Verarbeitungderselben möglich ist oder nicht.
Beispiel: Das Tuch, das aus der Wolle verfertigt wird, ist einFabrikat, oder in der Hand des Schneiders, der einen Rockhersteilen soll, ein Halbfabrikat; das Mehl, das aus dem Ge-treide bereitet wurde, ist ebenfalls ein Fabrikat, oder in derHand dessen, der aus dem Mehl Teigwaren herrichten soll, einHalbfabrikat. Und so verhält es sich mit allen Gegenständen,deren industrielle Verarbeitung ganz oder nur zum Teil be-endet ist.
Die Industrie besteht also in der Anfertigung oder Her-stellung von Fabrikaten und Halbfabrikaten. Je nachdemdiese Beschäftigung im Hause des Arbeitenden oder in Fa-briken, im kleinen oder im grossen vor sich geht, sprichtman von « Hausindustrie », « Fabrikindustrie », « Kleinindu-strie », « Grossindustrie ». Ist die Beschäftigung eine hand-werksmässige, so gebraucht man dafür lieber den Ausdruck« Handwerk » oder « Gewerbe » (Schusterhandwerk, Metzger-gewerbe) als das Wort « Industrie ». Dementsprechend unter-scheidet man auch zwischen Handwerkern, Gewerbetreibendenund Industriellen, indem man der letztem Kategorie die sog.Fabrikanten, die Fabrikbesitzer u. s. w. zuweist. Selbst-verständlich ändern diese Bräuche nichts an der Tatsache,dass Handwerk und Gewerbe ebenfalls zur Industrie, Hand-werker und Gewerbetreibende zu den Industriellen gehören.
Die schweizerische Industrie wetteifert mit der Ur-produktion um die Palme des Vorranges, indem die Zahl der