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der Bank in Paris unter Umständen lieber angenommen werdenals gemünztes Geld.
Die ältesten einheimischen Münzen, von denen die schwei-zerische Münzgeschichte * zu erzählen weiss, waren die sog.merovingischen Goldmünzen, die im 6. und 7. Jahrhundertchristlicher Zeitrechnung in Sitten und St. Moritz im KantonWallis , in Genf , Lausanne , Basel und Windisch im Aargau geschlagen wurden. In den folgenden Jahrhunderten prägtendeutsche Kaiser in ihren Münzstätten zu Basel , Chur und.Zürich ; burgundische Könige prägten in Basel und alleman-nische Herzoge des 10. Jahrhunderts in Zürich . Auf sie folgtenauch geistliche Münzherren, wie die Bischöfe von Basel , Chur ,Sitten, Genf , Lausanne , St. Gallen und die Aebtissin des Frau-münsters in Zürich . Als später die einzelnen Teile der jetzigenSchweiz selbständige Staatswesen wurden, ging die Münz-gerechtigkeit (das Recht, Münzen schlagen zu lassen) auf diekantonalen Obrigkeiten über. Weil jede Obrigkeit nach ihremSinn Geld prägen liess, entstand ein grosser Wirrwarr imschweizerischen Münzwesen, ein Wirrwarr, der erst im Jahre1850, nachdem die Münzgerechtigkeit an die Bundesbehördenübergegangen war, sein Ende fand. Die Aufzählung der ver-schiedenen Benennungen, welche zu jener Zeit die kantonalenMünzen trugen, mag beweisen, wie notwendig die endliche-Vereinheitlichung des Münzwesens war. Es gab 4 Arten« Doublonen », 5 Arten « Dukaten », 8 Arten « Gulden », 5Arten «Franken», 2 Arten « Conventionsthaler », 17 Arten« Batzen », 5 Arten « Schillinge », 8 Arten « Kreuzer », 8-Arten « Rappen », 2 Arten « Assis », 4 Arten « Piecettes »,2 Arten «Denari », ferner «Pfennige », «Angster», «Groschen»,
«Bluzger»und «Soldi » — insgesamt 75 Münzsorten. Jetzt(1887)sind es deren nur noch 10. Sie werden nach Anordnung der Bun-desbehörden in der eidg. Münzstätte in Bern geprägt. Es sind:
1) Zwanzigfrankenstücke, bestehend zu 900 Teilen ausreinem Gold und zu 100 Teilen aus Kupfer;
* Albert Es eher in Max Wirths „Statistik der Schweiz 1- .