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Kleines Lese- und Lehrbuch der schweizerischen Volkswirtschaft / für den Schul- und Selbstunterricht verfasst von A. Furrer
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gegeben haben, in Bereitschaft zu halten. (Für die Kantonal-banken [auf Rechnung des Kantons arbeitende Banken] istdie Erleichterung getroffen, dass sie nur 40 % des Gegen-wertes zu halten brauchen, während für die übrigen 60 %der Kanton Garantie leistet.) Besondere Beamte der Bundes-verwaltung überwachen die Innehaltung dieser Verpflichtungen,sowie auch die Einlösung der Noten nach dem allfälligenAuf hören einer Bank. Freilich ist dadurch die Möglichkeitvon Katastrophen nicht absolut ausgeschlossen und daher istdie Verstaatlichung der Banknoten nur eine Frage der Zeit.

Jene Maassregeln bewirken, dass, obwohl niemand ver-pflichtet ist, Banknoten an Zahlungsstatt anzunehmen, dennochfür ungefähr 140 Millionen Franken im schweizerischenPublikum zirkuliren. Das Vertrauen zu den Notenbankenist also nicht gering. Doch nicht allein am Vertrauen, sondernin ganz erheblichem Maasse an der trefflichen Eigenschaft, dassdie Banknote sehr leicht zu handhaben ist, liegt es, dass die-selbe in so grossen Mengen zirkulirt. Wer irgendwie mit grösse-ren Geldbeträgen zu hantiren hat, solche bei sich tragen odersie versenden soll, zieht gewöhnlich die leichte Banknote demschweren Metallgeld vor.

Der Nachteil, dass die Banknote eher zerstörbar ist, alsdas Metallgeld, kann dadurch unschädlich gemacht werden,dass man sich Nummer, Betrag und die ausgehende Bankder Note notirt, in welchem Falle auch eine abhanden ge-kommene Note (nach gerichtlicher Ausschreibung und Er-härtung des Tatbestandes) ersetzt wird.

Aus dem hievor Gesagten sollte zur Genüge hervorgehen,welch grosse wirtschaftliche Bedeutung dem Kreditgeld zu-kommt und wie nützlich sich dasselbe erweist, wenn es nursoliden Grundsätzen dienstbar gemacht und mit weisen Vor-sichtsmaassregeln umgeben wird. Wo dies nicht der Fall, istdas Kreditgeld dazu angetan, eben so grossen Schaden als