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Nutzen zu stiften, indem es der übertriebenen Spekulationund Gewinnsucht Vorschub leistet.
Mit Bezug auf die im Leben der Völker zu verschiedenenZeiten vorherrschenden Zahlungsmittel kann man jene Zeiteneinteilen in die Periode der Naturalzahhmg, die Periode derMetallgeldzahlung und die Periode der Kreditgeldzahlung.Die erste Periode dauert so lange, bis das Metallgeld derartGemeingut wird, dass jedermann das Metallgeld zum Wert-messer seiner Leistungen macht, sich in der Regel mit Metall-geld bezahlen lässt und selbst auch mit Metallgeld zu zahlenpflegt.
In der Schweiz bezahlten noch in den ersten Jahrzehntendieses Jahrhunderts meistenorts die Landbewohner ihre Ab-gaben mit Feldfriichten, namentlich mit Getreide; dem Müllerentrichtete man den Mahllohn in Form von Garben; dem Geist-lichen, dem Lehrer füllte man eher die Küche und den Kellermit Nahrungsmitteln, denn die Börse mit klingender Münze.Heute geschieht das erstere zum teil noch, die Hauptbezahlungaber besteht in Metallgeld. Die Periode der Metallgeklzahlungist also, obwohl schon im 6. Jahrhundert Münzen bei unsvorkamen, verhältnismässig jung. Die Periode der Kredit-geldzahlung ist noch jünger. Ihre Blütezeit fällt in das gegen-wärtige Jahrhundert, weil unter dem Einfluss der Eisenbahnen,Dampfschiffe, Posten und Telegraphen Handel und Wandelfieberhaft pulsiren.
Im Auslande war und ist es so ziemlich wie bei uns.
„tn den alten Zeiten“, schrieb im letzten Viertel des vorigen)Jahrhunderts der berühmte Begründer der auf Seite 89 er-wähnten Lehre, Adam, Smith , „soll Vieh das gewöhnliche Tausch-mittel gewesen sein, und obwohl es ein sehr unbequemes gewesensein muss, finden wir die Dinge damals doch oft im Verhältniszu derjenigen Anzahl von Vieh bewertet, für welche sie aus-getauscht wurden. Die Rüstung des Diomedes, sagt Homer ,kostete nur neun Ochsen; die des Glaukos dagegen hundert.Salz soll das gewöhnliche Tauschmitte] in Abyssinien sein, eineArt Muscheln an einigen Teilen der indischen Küste, Stockfisch