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Kleines Lese- und Lehrbuch der schweizerischen Volkswirtschaft / für den Schul- und Selbstunterricht verfasst von A. Furrer
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75
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in Neufundland , Tabak in Virginien, Zucker in einigen west-indischen Kolonien Grossbritanniens, Häute und gegerbtes Lederin einigen andern Ländern, und bis heutzutage besteht ein Dorfin Schottland , wo es, wie mir erzählt wurde, nicht ungewöhnlichist, dass ein Arbeiter Nägel anstatt Geld in den Bäckerladenoder ins Bierhaus trägt.

Ferner:Die Einkünfte der alten sächsischen Könige vonEngland wurden häufig nicht in Geld, sondern in Naturalien, inLebensmitteln aller Art, bezahlt.

Das Kreditgeld wird auch häutig «Papiergeld» ge-nannt. Richtiger aber ist es, als Papiergeld nur solche Papier-scheine zu bezeichnen, welche zu dem auf ihnen vorgemerk-ten Wertbetrag von jedermann im Lande an Zahlungsstattangenommen werden müssen (Zwangskurs), von denen es abermeistens unbestimmt ist, ob sie von der Ausgabestelle (gewöhn-lich der Staat selbst) je in Metallgeld umgesetzt werdenkönnen.

Die Schweiz besitzt kein solches Papiergeld; wohl aberkennt man dasselbe in Oesterreich und in einigen anderenStaaten. Das Papiergeld ist stets ein Zeichen grosser finan-zieller Verlegenheit eines Staates und hat für die Volks-wirtschaft des letztem grosse Nachteile im Gefolge.

« Geldsurrogate », « uneigentliches Geld » ist gleich-bedeutend mit Kreditgeld.