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Kleines Lese- und Lehrbuch der schweizerischen Volkswirtschaft / für den Schul- und Selbstunterricht verfasst von A. Furrer
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Schutz der nationalen Arbeit.

Es sind dies vier inhaltschwere Worte. Sie richten sichmeistens an die Behörden, wenn Gefahr droht, dass durchdie ausländische Konkurrenz ein einheimischer Erwerbszweiggeschädigt werde. Das Instrument zur Abwehr dieser Kon-kurrenz bilden, nach der Meinung der Gefährdeten, die

Zölle.

Die Zölle sind bekanntlich Abgaben, die für Tiere undWaren, welche über die Grenze ein- oder ausgeführt werden,an den Staat zu entrichten sind. Um so viel, als die Abgabe oderder Zoll beträgt, verteuert sich natürlich auch der Preis derSache oder vermindert sich der Gewinn an derselben. JederZoll ist also eine Verteuerung oder Gewinnverminderung.Wird das erstere oder das letztere so bedeutend, dass es fürdenjenigen, der gewisse Waren aus dem Ausland zu beziehenpflegte, vorteilhafter wird, dieselben nun im Inland zu kauten,so wirkt der Zoll alsSchutzzoll, als Mittel zum Schutz dernationalen Arbeit; denn die inländischen Produzenten jenerWare haben nun vermehrten Absatz und besseren Erwerb.

Beispiel: Ein gewisser Haushaltungsgegenstand wird in derSchweiz noch handwerksmässig, im Ausland schon fabrikmässighergestellt. Die Handarbeit ist in der Regel teurer als die Fabrik-arbeit und daher kostet jener Gegenstand in der Schweiz 50 Fr.,im Ausland 40 Fr. 2 Fr. Zoll und 3 Fr. Fracht zu diesen 40 Fr.geschlagen, macht 45 Fr. Eine Zollerhöhung im Betrage von15 Fr. erhebt die Bezugskosten des ausländischen Artikels auf60 Fr., so dass es nun vorteilhafter wird, den inländischenArtikel zu kaufen es sei denn, der ausländische Fabrikantreduzire den Preis seiner Ware um so viel, dass die Zolldifferenzmehr als ausgeglichen wird.