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Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
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I Die sintflutlisagen

Wie die fliegen werden die götter von dem opferdufteherbeigelockt; Istar spricht flüche aus über Bel, der diesverhängniss den menschen bereitet habe; Bel selbst kommtheran und als er des Schiffes ansichtig wird, äussert erseinen zorn, dass ein mensch seinem strafgex-icht entronnensei. Aber Ea versteht es, den zorn des gottes von demunschuldigen abzuwenden; Bel steigt auf das schiff, holtSit-napistim und sein weib auf das deck, lässt beide nieder-knieen, umarmt und segnet sie, und verkündet ihnen, dassbeide fortan gleich göttern sein und an der mündung derströme wohnen sollen.

Um dem leser den einblick in den Wortlaut des be-richtes zu erleichtern, erlaube ich mir, die Übersetzung,welche Jeremias von der elften tafel des Izdixbar-epos ge-geben, hier einzurücken.

Izdubar sprach zu Sit-napistim dem fernen: 'Ich sehe dichan, Sit-napistim: dein aussehn ist nicht verändert; wie ich, histdu und du bist nicht anders; wie ich bist du. (3 ver-

stümmelte zetten ) Sage mir, (wie kommt es) dass du erlangt5 hast das leben in der Versammlung der götter, welches du be-gehrtest? 1 2 Sit-napistim sprach zu Izdubar : Ich will dir, Izdu-bar, eröffnen das geheimniss, und die entsolieidung der götterwill ich dir sagen. Die Stadt Surippak, die stadt die du kennst,am ufer des Euphrat gelegen, selbige stadt war (schon) alt, als10 die götter drinnen einen fluthsturm anzurichten ihr herz antrieb,die grossen götter. [Es hielten rath?] ihr vater Anu, ihr ent-scheider der lield Bel, ihr fiihrer (?) Niuib\ ihr oberster En-nugi.Der herr der Weisheit Ea redete mit ihnen 3 , ihren hefehl tliater kund 4 dem gefilde (rufend): 'Gefilde, gefilde! Umhegung,15 umhegung! Gefilde vernimm, umhegung merke auf. Mannvon Surippak, sohn des Kidinu-Marduk 5 , zimmere ein haus

1 Die nun folgende erzählung von der grossen fluth sprichtSit-napistim vom ufer aus, Izdubar hört ihm im schiffe zu.

2 über Ninib vgl. Jenseu Kosmol. s. 457 ff.

3 Jensen und Haupt: sass bei ihnen.

4 'Das ganze Ist nach dem folgenden eine traum-offenbarungJeremias s. 53. Vgl. Berosos unten s. 13 z. 5.

5 Übersetzung des im texte stehenden Ubara-tutu vgl. Jensens. 393 f.