22
I Die sintfluthsagen
mir und euch und allen lebendigen wesen, allen geschöpfengedenken, und es soll das wasser sich nicht wieder zu einer
16 fluth steigern, alle geschöpfe zu gründe zu richten. Und derbogen soll in den wölken stehen, damit ich, wenn ich ihn an-sehe, eingedenk werde der für alle Zeiten gültigen Verein-barung zwischen Elohim und allen lebendigen wesen, allen
17 geschöpfen, die auf erden sind. Und Elohim sprach zu Noch:Dies sei das Zeichen der Vereinbarung, die ich zwischen mirund allen geschöpfen, die auf erden sind, getroffen habe.
Dass der jalivistisclie bericht den Vorzug höherer alter-thümlichkeit und verhältnissmässig grösserer Ursprünglichkeitgegenüber dem elohistischen besitzt, wird jetzt wohl niemandmehr in frage stellen. Der Elohist zeigt durchweg planmässigeausgestaltung, künstliche Berechnung. Am handgreiflichstenin der Chronologie. Während dem Jahvisten 7 tage nachder Offenbarung an Noah der regen beginnt und dann 40tage lang anhält, währt dem Elohisten die fluth 150 tage,also 5 mondmonate lang, um dann allmählich und in be-stimmt hervorgehobenen stufen abzunehmen; bis die erdewieder völlig trocken geworden, verläuft die zeit von einemjahre und 10 tagen dh. ein ganzes sonnenjahr (355 + 10 ).Um diese dauer und ausdehnung der fluth wahrscheinlicherzu machen, öffnet er nicht nur die schleussen des himmelssondern auch die quellen des Oceans ( 7 , 11 ), während derJahvist sich an regengüssen genügen lässt. Eine weiteremerkwürdige abweichung bieten die zahlen der thiere, dievon jeder gattung als samen für kommende Zeiten mit-genommen werden. Der Elohist scheint auf den erstenblick hier einfacher und ursprünglicher zu sein. Er lässtvon allen gattungen je ein paar, ein männchen und einWeibchen, in die arche eingehn; er unterscheidet nichtzwischen reinen und unreinen thieren, aber er vergisstnicht den zahmen und wilden thieren (dh. vierfüsslern) undvögeln die reptilien zuzufügen: der Jahvist gedenkt nurder thiere und der Vögel, aber diese scheidet er nach demmosaischen gesetz in reine und unreine, und bestimmt ihrezahl verschieden; die unreinen sollen nur durch je ein paar