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I Die sintfluthsage
fisches das fahrzeug an einen bäum, und stieg dann indem maasse, als die flutli sich senkte, den berg hinab.Aus seinem inbrünstig mit dem gebet um nachkommen-schaft dargebrachten butter- und milchopfer entstand injahresfrist ein weib, das sich seine tochter nannte, Idä (der'segensspruch’); durch ihre hülfe erzeugte er das menschen-geschiecht, das nach ihm sich nennt. Ich lasse die stellenach der wörtlichen Übersetzung Ad. Webers hier folgen.
Dem Manu brachten sie (seine diener) früh waschwasser, sowie man das jetzt noch für die hände zum abwaschen herbei-
2 bringt; als er sich wusch, kam ihm ein fisch in die hände. Der
sprach zu ihm: 'Pflege mich, ich will dich retten’. "Wovor
willst du mich retten?” 'Eine fluth wird alle diese geschöpfefortführen, davor will ich dich retten.’ " Wie soll ich dich
3 pflegen?” Er sprach 'so lange wir klein sind, ist uns viele go-
falir, denn ein fisch frisst den andern: du magst mich zuerst in
einer schüssel bewahren; wenn ich für diese zu gross werde,magst du eine grübe graben und mich darin nähren; wenn ichdafür zu gross werde, dann magst du mich hinab ins meer schaffen,denn dann werde ich den gefahren gewachsen sein’.
4 Bald war er ein grossfisch (jhasha), denn er wuchs gewaltig.Da (sprach er) ‘Das und das jahr -wird die fluth kommen, dannmagst du ein schiff zimmern und zu mir dich wenden (im geiste):wenn die fluth sich erhebt, magst du das schiff besteigen, dann
5 will ich dich retten’. Nachdem er ihn also gepflegt, schaffte erihn hinab ins meer; das wievielte jahr er ihm nun anzeigte, dassovielte jahr zimmerte er ein schiff und wandte sich zu ihm.Als die fluth sicherhob, bestieg er das schiff; der fisch schwammzu ihm heran, an dessen horn band er (Manu) das tau desSchiffes; damit setzte er (der fisch) über diesen nördlichen berg 1 .
c Er sprach 'Ich habe dich gerettet. Binde das schiff an einenbäum, damit dich nicht, ob du auch auf dem berge bist, daswasser fortspült: wenn das wasser allmählig fallen mag, dannmagst du auch allmählig hinabsteigen’. Er nun stieg so allmählighinab, darum ist für den nördlichen berg dieser (jetzige name) 'desManu herabsteigen’ (Manor avasarpcinam). Die fluth nun führte
7 alle diese geschöpfe fort, Manu blieb allein übrig. Er lebtebetend und fastend, nach nachkommenschaft begierig; da ver-richtete er auch daspöfca-opfer, er opferte ghee (ghrta geklärtebutter), dicke milch, molken und matte ins wasser. Daraus ent-
1 nach anderer lesart: damit eilte er zum nördlichen berge hin.