der Inder
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stand in einem jahr ein weib; sie stieg (gliee) träufelnd hervor,ghee troff auf ihren fussstapfen. Mit ihr kamen Mitra und8 Varuna zusammen; sie sprachen zu ihr 'Wer bist du?’ "DesManu tochter”. 'Die unsere sage’. "Nein” sprach sie "wermich erzeugte, dessen bin ich”. Sie wünschten an ihr einentheil: das versprach sie, oder versprach es nicht, gieng aber!) weiter; sie kam zu Manu. Manu sprach zu ihr 'Wer bist du?’"Deine tochter”. 'Wie so, herrliche, meine tochter?’ “Jeneopfergaben, die du ins wasser opfertest, ghee, dicke milch, molken,matte, daraus hast du mich erzeugt. Ich bin der segensspruch(Idä ). AVende mich beim opfer an. Wenn du mich beim Opferanwenden wirst, wirst du reich an nachkommenschaft und viehwerden. AVelehen segensspruch du irgend mit mir wünschenwirst, der wird dir ganz zu theil werden”. Er wandte sie nunin der mitte des Opfers an: denn das ist die mitte des Opfers,was zwischen den voreeremonien und nachceremonien stattfindet.
10 Er lebte mit ihr betend und fastend, nach nachkommenschaftbegierig; er erzeugte durch sie dieses geschlecht, was jetzt hierdas geschlecht des Manu heisst. AA'elchen segenswunscli er irgendmit ihr wünschte, der ward ihm zu theil.
Eine unzweideutige beziehung auf diese sage ist imbereiche der vedischen litteratur bis auf eine stelle desKäthaka, auf welche AWeber aufmerksam gemacht hat 1'die wasser wischten dies (die existierende weit) aus, Manuallein blieb übrig’ (wie oben Qatap. v. 6 am ende) nichtgefunden worden. Es ist wichtig festzustellen, dass die in-dische fluthsage schon in vedischer zeit allen wesentlichenzitgen nach feststand. Manu, der Urvater der menschen,der sohn des Sonnengottes, ist es, der durch die fluth zurhöhe gehoben wird und von des berges gipfel allmähligherabsteigt; er ist es, der (und zwar kraft seines gebetesund Opfers) die übrigen menschen und wesen schafft. Durchdie Verderbtheit einer sündigen menschheit wird die aus-tilgende fluth nicht motiviert. Zwar findet Weber in demWorte, das jene stelle des Käthaka für 'auswischen’ ge-braucht ( niramrijan ), 'einen hin weis auf den reinigenden,entsühnenden Charakter der fluth’; aber keine andeutung
1 Weber in Kuhns und Schleichers Beiträgen zur vergl. spracht.4, 288 Ind. streifen 1, 11 anm. 3.