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Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
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der Inder: das epos

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Matsyopäkhyäna(M. Bh. in 187, 2 ff.)

2 Vivasvat hatte einen solin, einen grossen selier, voll holieit,

3 herrlich wie Prajäpati, den Manu; der übertraf seinen vater undgrossvater an stärke, kraft, Schönheit und zumal an askese. In

4 der grossen Badarl-einsiedelei übte der könig mit erhobenen

5 armen auf einem beine stehend harte, grosse busse. Und ge-senkten haupts, nie blinzelnden augs, biisste er furchtbare busse

6 zehntausend jahro lang. Als er so in nassem gewande, mitflechten auf dem haupte büsste, kam zu ihm an der Cirini Strand

7 ein fisch und sprach: 'Ich bin ein winziger fisch, vor den starkenfischen schwebe ich in gefahr; davor, frommer, musst du mich

8 schützen. Dass die starken den schwachen verzehren, gilt be-sonders bei den fischen; nach ewiger Satzung so nur zu leben

9 ist uns für immer bestimmt. Aus dieser grossen fluth von nüthen,in der mir ja der Untergang droht, musst du mich retten; in zu-

10 kunft werde ich dir deine wohlthat vergelten. 1 Nach diesenWorten des fisches von mitleid ganz erfüllt, nahm Manu , Vivas-

n vats solm, ihn in seine liand. Manu , Vivasvats sohn, brachteden fisch, glänzend wie mondesschein, zum wasserrand und that

12 ihn in einen trog. Wohl gepflegt wuchs drin der fisch; und

13 Manu wurde ihm wie einem sohne gar sehr zugetlian. Nachlanger zeit wurde der fisch so gross, dass er in dem tröge nicht

M mehr platz hatte. Und als er Manu sah, sprach er wieder zuihm:Wohlan, erhabener, bereite mir jetzt eine andere statte.

15 Da nahm der erhabene Manu den fisch aus dem tröge und

16 brachte ihn in einen grossen teieh. Dort setzte ihn Manu aus;

17 und weiter wuchs der fisch während vieler, vieler jahre. Zweimeilen lang und eine breit war dieser teich; aber der fisch hatte

18 nicht raum genug darin zum herumtummeln. Und als er Manu

19 sah, sprach er wieder zu ihm: 'Bringe mich, erhabener, heiliger,

20 zur Gangä, des Oceans lieber gattin, dort zu leben. Doch wiees, lieber, dir gefällt; denn willig deinem befehle zu gehorchenliegt mir ob; dank dir, reiner, bin ich ja so ungeheuer gewachsen.

21 So angeredet brachte Manu , der erhabene selbstbezähmer, denfisch zum flusse Ganges , und dort setzte ihn der ewige aus.

22 Und dort wuchs der fisch einige zeit; und als er Manu sah,

23 sprach er wieder zu ihm:In dem Ganges kann ich mich ohmeiner länge nicht mehr tummeln, herr; bringe mich schnell zum

24 Ocean, erweis mir diese gunst, erhabener. Darauf nahm Manu selbst den fisch aus dem wasser des Ganges , brachte ihn zum

25 Ocean und liess ihn dort frei. So gross der fisch auch war, so