von Deukalion
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Ursprung verdanke, also nicht vor etwa 400 v. Clir. ent-standen sei. Das klingt sehr ansprechend, lind soviel darfohne weiteres zugestanden werden, dass sie erst damalsplanmässig aufgeputzt und in die litteratur eingeführt wurde,Aber voreilig wäre es, darum die sage seihst zu einer po-litischen erfindung zu machen. Wir werden später (abschn.IV vgl. VII) eine fluthsage von Dodona kennen lernen, diegerade darum, weil sie sehr verblasst und nicht an dennamen des Deukalion geknüpft ist, unser urtheil behut-samer machen muss. Die gründung des Zeusheiligthumskonnte sehr wohl, und dies ganz unabhängig von einerfluthsage, dem Deukalion zugeschrieben worden sein, wiedieser zu Athen den tempel des Olympischen Zeus und inThessalien einen altar der zwölf götter errichtet haben sollte.
Auch in anderen landschaften wurde durch cultusoder localsage die erinnerung an die fluth länger wachge-halten. Wir werden die athenische und argolische Über-lieferung in anderem zusammenhange später zu betrachtenhaben. Hier sei wenigstens auf die Megarische sage 1 hin-gewiesen. Der eponyme der Stadt und landschaft, Megaros,ein sohn des Zeus und einer der quellnymphen (XiGvibe?hiessen sie), welche die stadt mit trinkwasser versorgten,soll sich dadurch bei der Deukalionischen fluth gerettethaben, dass er auf dem wasser schwimmend nach dem ge-schrei der kraniche, die über ihn herflogen, seine richtungnahm und so zum gipfel des gebirges gelangte, das infolgedieses umstandes fortan 'Kranichberg’ (Tepotvia) hiess. .Dasbedürfniss den namen des Kranichberges zu erklären hatdieser fluthsage längere dauer verschafft. Aber auch hierist gewissermaassen der erste mensch, jedenfalls der mitwelchem die geschichte des landes anhebt, der aus derfluth gerettete. Unerheblicher und nur auf späten gewährs-männern beruhend sind die berichte, welche den berg Athos
1 Pausan. i 40, 1.