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Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
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II Deukalion

schlund und das grabmal des Deukalion, befanden sich also,wie später, so gewiss auch bevor Peisistratos die grund-mauern zu dem späteren Olympieion gelegt hatte 1 , innerhalbdes heiligen bezirkes des Olympischen Zeus .

Die forderung der reinheit bringt es mit sich, dass vontempelräumen und heiligen bezirken der götter gräber aus-geschlossen sind. Wo sich also an solchen orten gräber vonheroen finden, müssen diese heroen in engstem Zusammen-hang mit dem gotte oder wenigstens mit dessen cultus stehn.In der regel ergibt es sich, dass sich unter den heroenältere örtliche bezeichnungen der gottheit bergen. Das istder fall mit den Hyperboreerinnen Hyperoche und Laodokeim heiligthum der Artemis auf Delos (Herodot 4, 34), derenmännliche gegenstücke Hyperochos und Laodokos heroen desdelphischen Apollon sind (Paus. X 23, 2); mit Pyrros imdelphischen heiligthum 2 3 * * * * ; mit Pelops in der Altis zu Olympia (Paus. V 13, 1. 27, 1); mit der Leukophryne im Artemis-tempel von Magnesia am Mäander: dies ist ein jede einredeausschliessender fall; die göttin selbst hiess zu Magnesia,Milet , auf Kreta , in Bithynien AeuKoqppu? AeuKO(ppur|vfi Aeu-KOcppüvri AeuKOqppüveict, und als tochter des königs Mandro-lytos war Leukophryne in die städtische legende von Magne-sia verwebt 8 . Wie geburtstage der götter festlich begangenwerden, so sind einst einmal die götter jährlich oder im verlaufeines grossen jahrs auch gestorben. Als würdigere Vorstellun-gen von der gottheit durchdrangen und die Unsterblichkeit

1 s. Vitruv vil praef. § 15, über die geschichte des bauesCWachsmuth, Stadt Athen 1, 643. 688.

2 Pausan. x 24, 6 Asklepiades Tragil. im scliol zu Pind.Nem. 7, 62.

3 Clemens Alex, protr. 3, 45 p. 13, 29 Sylb. tvTavda Tfj? Aeu-

Koqppbvri«; pvrnueiov oük düiov napeXBeiv tiro|a4vouq Zf|vwvi tu) Muv-Muj, h 4v tu) iepCb Trj<;ApT^pibcx; £v Morfvr|(j(qi Kexri&euTai. Der cult

der göttin ist sogar für Bithynien bezeugt durch eine weihung

[ApT]£pi&i A[e]uK [o]cppuv[uj ?] Bull, de corr. hell. 1893 b. 17, 543. Die

gestalt des eultusbilds ist aus den münzen bekannt, die legende der

gleichnamigen heroine aus Parthenios n. 5.