gräber und tempelgründungen der lieroen
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für sie eine forderung wurde, hat man die gräber ihren heroi-sierten doppelgängern zugewiesen, und es wurde das zweifel-hafte Vorrecht der insei Kreta, das grab eines gottes, desZeus selbst, zu besitzen 1 .
Auch dass Deukalion als gründet’ des alten Zeustempelsgalt, wird keinem bedeutungslos scheinen, der sich erinnert,dass die mythischen tempelgründer mit dem gotte identischzu sein pflegen, dem sie den tempel erbauen. Den Apollo-tempel auf der bürg von Argos hatte der sage nach Pythaeus,von Delphi her gekommen, erbaut (Paus. II 24, 1): Telesilla nannte ihn einen sohn des Apollon (Paus. II 35, 2), aberzu Hermione (P. II 35, 2), Asine (P. II 36, 5), Thornax inLakonien (P. III 10, 8) und zu Sparta (P. III 11, 9) hiessApollon selbst TTuSaeuq. Neben dem tempel der Dioskurenzu Argos lag ein heiligthum der Eileithyia, das Helena aufdem heimwege von Aphidnai, nachdem sie von Iphigeneia entbunden war, geweiht haben sollte; eines commentars be-darf das nicht 2 . Alkathoos der stadtheros von Megara hatdort den tempel des Apollon Agraios und der ArtemisAgrotera gegründet (Paus. I 41, 3): er steht dem Apollon sonahe, dass dieser mit ihm beim mauerbau Megara’s handanlegt 3 . Das namhafteste heiligthum von Hermione war derDemetertempel auf dem berge Pron. Die göttin hiess dortXGovia, ihr fest XOövia. Gegenüber diesem tempel lag derdes Klymenos: das war der dortige cultusname des Hades.Nun war dies heiligthum der Chthonia nach der sage vonHermione von ‘Klymenos dem sohn des Phoroneus und vonKlymenos’ Schwester Chthonia’, nach der sage von Argosdurch Chthonia, die tochter des Kolontas, die Demeter selbst
1 Den gelehrten waren freilich noch weitere fälle von götter-gräbern bekannt, s. Clemens Rom. hom. 5, 23. 6, 21. Den oben dar-gelegten hergang habe ich schon Göttern. 290 angedeutet.
2 Pausan. II 22, 6 vgl. Rhein , mus. 23, 359. Auch die sparta-nische Helena zu Therapne ist eine Eileithyia, oder doch wenigstensKoupOTpöcpoi; in der legende bei Herodot 6, 61.
3 Pausan. I 42, 1 f. Ciris 105 ff. Ovid metam. 8, 14 f. usw.