in der Hesiodsage
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Nur durch die eine annahme lösen sich die widerspräche,dass der name des Hesiodos in eine bereits fertige götter-sage eingetragen worden ist. Wir kennen Oinoe als den ort,um dessen besitz nach der Attischen Apaturiensage Xanthos und Melanthos kämpfen, und als die insei, an welche Thoasin der truhe antreibt (s. 105 f.). Oinoe weist auf den gottdes weines, und der name des festes, während dessen dieleiche vom delphin herangetragen wird, führt uns auf dieselbegottheit. ’Aptabveia (bezw. ’Apiäbveia) konnte nur das festheissen, an dem der einzug des Dionysos mit der neuver-mählteu Ariadne gefeiert wurde; wir erinnern uns der denk-mäler, in denen der einzug des göttlichen paars in einerweise dargestellt wird, dass wir darin nur ein ausgeführtesbild von der epiphanie des Dionysos erkennen können (s. 122).Unglaubliche vermuthungen sind geäussert worden, um diesennamen zu entfernen. Wenn Plutarch (p. 162 e ) das fest 'Piabenennt, scheint er den an den westlichen grenzen der Ozo-lischen Lokris üblichen namen anzuwenden. Plutarch hatüberhaupt die landung des delphins mit Hesiodos an das vor-gebirg Rhion (Antirrhion hätte er sagen sollen) verlegt. Sicher-lich nicht willkürlich; denn längs der ganzen Lokrischen küstescheint dieselbe sage erzählt worden zu sein. Von dem be-nachbarten zwischen Antirrhion und Oineon liegenden Nau-paktos hat Theophrastos 1 die Überlieferung bewahrt, dass einentseelter knabe von einem delphin an den strand gebrachtworden sei und der delphin dann sein leben ausgehauchthabe; es scheint, dass der Theophrastische bericht novelli-stisch oder anekdotenhaft gestaltet war. Die namen losigkeitder Naupaktischen sage ist ein weiterer beweis dafür, dassdie sage von dem durch den delphin ans land gebrachten
1 Plinius n, h. 9, 27 'hoc idem (dh. wie die geschieht« des Her-mias von Iasos, s. u.) et Naupacti accidisse Theophrastus tradit’ vgl.Gellras VI 8, 2 ' et aliquot saeculis ante (dh. vor Augustus, unter denApion seine gesehiehte von Puteoli verlegt) apud Naupactum, utTheophrastus tradidit, amatores flagrantissimi delphinorum (als genet.partit. gemeint) cogniti eompertique sunt’.