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Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
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glauben, dass er durch einen zur secte der vSabellianer ge-hörigen presbyter Pankratios den häschern verrathen wordenwar. Aber hören wir nun die legende selbst. Der kaiser, demman gesagt hatte, dass schon der blosse anblick des frommenmannes ihn in gefahr bringen könne christliche anwand-lungen zu empfinden, deckt sich vorsichtiger weise durcheinen Vorhang vor den äugen des heiligen, den er um jedenpreis zum abfall bewegen möchte. Er bietet ihm die höchstenwürden an und verlangt als gegendienst nur, dass er dengöttern opfere. Lukianos bleibt standhaft, und der kaisersieht sich genöthigt ihn dem gefängniss und den folterqualenzu überantworten. Die wirkungslosen peinigungen werdendann durch die entziehung aller speise überboten. Aber derheilige harrte in dieser läge volle vierzehn tage aus * 1 , ohnein seiner gewohnten thätigkeit und der seelsorge für seinemiteingekerkerten glaubensgenossen abzulassen. Inzwischenkam das fest der erscheinung gottes heran 2 , und seine schüler,deren viele, theils aus Antiocheia theils aus anderen orten,ihn umgaben, besorgten, dass ihr lehrer das fest nicht mehrmit ihnen werde begehen können. Er tröstete sie und pro-phezeite, dass er erst am tage nach der Epiphanie sterbenwerde. So versammelte er am festtage seine schüler umsich und nahm, indem ihm in seinen fesseln die brust alsaltartisch diente, das abendmahl, an dem er ebenso die an-wesenden schüler theilnehmen liess, wie den abwesendendurch Zusendung theil gab 3 . Als am folgenden tag abge-

qv^axexo), also im october von neuem gegen die Christen in Asien einzuschreiten begann, und dass Lukianos zu den ersten opfern dieserVerfolgung gehörte (ders. IX 6, 4).

1 § 13 p. 409 b Kai bi^ueivev oüxux 6 toO Xpicxoö pdpxu^ xea-aapaq Kai b4xa räq (OeKaxaq Migne) irdaac; huepac xd auvrjör) xetrotuiv kxX.

2 ebd. p. 410 b p£v 0&t] xiliv Oeoqpavuuv 4opxf).

3 Diese einzelnen züge beruhen auf bester Überlieferung, vgl.Philostorgios h. eccl. II 13 p. 484 Reading (vgl. Gothofredus zur st.p. 83). Die quelle war das letzte schreiben des Lukianos an die ab-wesenden schüler, s. Symeon 14 p. 412* aüxö^ xe pexeixe xCbv puoxp-