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V Fisch
uns Eusebios zweimal (oben s. 169 anm. 3) bezeugt, dass Lu-kianos in einer rede, die offenbar aufsehn gemacht. 1 , seinenglauben vertheidigt hatte. Gleichwohl tritt aus diesen bruch-stücken Antioehenischer Überlieferung deutlicher ein natür-licher und ursprünglicher Zusammenhang hervor. Die hunger-strafe erhält ihren zweck, indem sie den heiligen für dieÜberraschung der opferspeisen vorbereitet. Der wichtigsteunterschied aber besteht darin, dass die Antiochenische er-zählung an die fristbestimmung der 14 tage nicht gebun-den war.
Die legende fährt fort: e Manche berichten aber, dasser, noch ehe seine lebenskraft ganz gebrochen war, in desmeeres tiefe versenkt worden sei. Maximinus hatte nämlichseinen häscliern den befelil gegeben, ihm den grösstmöglichenstein an den rechten arm zu binden und ihn so ins meer zuwerfen, damit er untergehe ohne je wieder zum Vorscheinkommen und bestattung oder sonst eine pflege finden zukönnen. So war er denn auf dem meeresgrund volle vier-zehn tage lang, gerade so viele als er auch im kerker gegendie mannichfaltigen leiden des leibes zu kämpfen hatte; amfünfzehnten tage aber brachte ein delphin ihn ans land auffolgende weise. Seine schüler trieben sich auf den felsen derküste und am gestade, dieser hier, jener dort, umher, um dieleiche zu erspähen, wenn die see sie ausgeworfen, die derwinterlichen jahreszeit entsprechend heftig bewegt war. Jemehr die zeit sich hinzog, desto mehr mussten sie an der auf-findung verzweifeln. Aber in der nacht vor dem fünfzehntentage erschien der h. Lukianos einem seiner schüler, namensGlykerios, der sich an der Nikomedeia gegenüber liegendenküste [dh. am eingang des meerbusens, an der südlichen seite]aufhielt, im träum und machte ihm einen ort des ufers be-merklich, wo er ihn finden werde. Sofort steht der schüler
1 Knfimis hat eine skizze derselben in seiner bearbeitung vonEusebios ’ kirchengeschichte zu geben versucht IX 6 p. 201 f. der Fro-benschen Sammlung der Autores historiae eccles. Basel 1544, auchvon Routh Rel. sacr. 3, 285 f. abgedrnckt.