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V Fisch
zeugniss, so deutlich und so zuverlässig, wie wir es nurwünschen können, dass die wunderbare sage vom delphinlange vor dem jahre 327 fertig war; sie hatte sich mit demgeschicke des Lukianos verbunden vermöge jener — nichtSchnelligkeit, sondern Unmittelbarkeit, mit welcher sich dieVerklärung eines geschichtlichen bildes zur sage vollzieht.Was sich an ein verblasstes und lückenhaft gewordenes bildansetzt, das ist nicht echte sage, sondern flickwerk, spinnen-arbeit. Nur der frische eindruck erregt in der tiefe desgemüths das gegenbild der dichtung 1 .
Die griechische kirche feiert den h. Lukianos am XVoctober 2 . Trotzdem wird in dem-bericht des metaphrasten,der auch hier das alter und die urspünglichkeit seiner quellebewährt, der VII januar, der tag nach Epiphania, auf dasbestimmteste als der tag bezeichnet, an welchem Lukianoszu dem herrn eingieng. Unter eben diesem tag hat auch dierömische kirche den heiligen ihrem kalender einvei’leibt, undden gleichen tag feierte die kirche von Antiocheia : die obenerwähnte gedächtnissrede des Johannes Chrysostomos weistauf den vorangegangenen tag zurück, an dem das fest dertaufe Christi im Jordan gefeiert worden war 3 .
Nun ist es sehr bedeutsam, dass die legende sowohl beimleiden im kerker als bei der wunderbaren rückkehr der leicheden fünfzehnten tag hervorhebt. Es ist dies eine ältereÜberlieferung, die aus dem datum des VII januar sich nichtbilden konnte, sondern von anfang an gegeben sein musstedurch einen kalender, in welchem der VII januar der fünf-zehnte eines monats war. Wenn dieser Schluss richtig ist,so muss, da es die Überlieferung von Helenopolis ist, welchedie legende gibt, das geforderte datum zutreffen auf denkalender der provinz Bithynien . In der that ist nach dem
1 s. Stoff des griech. epos s. 3 ff.
2 s. Menol. Basilii 1, 119 (in Migne’s Patrol. Gr. 117) nsw.
3 Joh. Chr. t. II p. 526* xöe? pev oöv 6 öe<nrÖTr|<; r'paujv uöantßairriaaTo, otpuepov boüXot; aipcm ßairriZerar xöt? hvedjxöricravoiipavoü iriiXai, öquepov Ka-reucmjeriaav "Aiöou ttüXui.