götterland, Wohnsitz der seligen
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glaube an einem alten heidnischen heiligthum haftete undvon den christlichen periegeten übernommen wurde.
Die seligen geister adeliger männer, die tapfer, gerechtund fromm auf erden gewandelt, werden nach dem ursprüng-lichen glauben unserer Völker in die gemeinschaft der götteraufgenommen. Das land der seligen war also das götterlandselbst. Erst im laufe der zeit wurden beide länder geschie-den und der aufenthaltsort der seligen, die paK&puJV vrjcfoioder das ’HXucfiov rrebiov , in den fernen westen jenseitsdes Okeanos verlegt; Milesische Schiffer fanden ihn auchim norden wieder, wo sie gegenüber der mündung der Donau einer insei den mythischen namen Aeuxr] beilegten. Diesland der seligen ist also eine einfache abzweigung des götter-landes 1 , die erfolgen musste, als man die seligen geisterehemaliger menschen schärfer von den göttern unterschied.So musste denn auch die Vorstellung, die man von diesemlande der seligen hatte, dieselbe bleiben, wie sie sich fürden götterwohnsitz gestaltet hatte. In der Odyssee (b 563 ff.)wird das Elysische gefilde, das die götter dem Menelaos zum Wohnsitz anweisen werden, an die (westlichen) grenzender erde versetzt: 'da haben die menschen das bequemsteleben; nicht schnee noch starker sturm noch regen kommtjemals, sondern immerdar lässt der Okeanos des Zephyrosfein wehende winde aufsteigen, die menschen zu kühlen’."Nach den Hesiodeischen Werken (167 ff.) hat Zeus den heroennach ihrem tode 'getrennt von den menschen leben undWohnsitze angewiesen an den grenzen der erde, ferne vonden unsterblichen; Kronos ist könig unter ihnen 2 , und siewohnen sorglosen sinnes auf den insein der seligen am tiefen
1 vgl. ADieterich, Nekyia s. 19 ff.
2 v. 169 -rr|\oü du’ äSavdxwv' xolaiv Kp6vo(; tpßamkebet fehltzwar in vielen hss. und wird gewöhnlich als unecht betrachtet; abersowohl die paroemiographen wie Marcellus bei Kaibel epigr. 1046, 9kennen ihn, er steht im alten papyrus und ist mit recht von Nicole,Revue de philol. xii p. 113 und HWeil ebend. p. 173 f. in schütz ge-nommen worden.