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Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
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VII Ergebnisse

sehen fluth war fertig. Unter dieser Voraussetzung wird so-gar die wichtige abweichung der griechischen von der indi-schen und ihre Übereinstimmung mit der semitischen, dassnicht der eine Stammvater des menschengeschlechts, sondernein menschenpaar gerettet wird, unmittelbar verständlich.Es genügt, die analogie von Philemon und Baucis, um be-greiflich zu machen, was an sich nahe genug liegt, dass eingottesfürchtiges paar, nicht ein einzelner von der Vernichtungausgenommen wird.

5 Ich habe mich bemüht, ruhig und unvoreingenom-men die eigenthümlichkeiten der Deukalionsage zu erwägen.Es hat sich gezeigt, dass nichts uns zu der aunahme fremd-ländischer einwü'kung nöthigt. Die möglichkeit einer solcheneinwirkung sollte damit nicht geläugnet werden. Sie lässtsich sogar erweisen. In einem alten grabe von Vetulonia ,das im jahre 1886 von cavaliere JFalchi geöffnet wurde,fand sich ein kleines schiff aus bronze 1 von m 0,22 länge,von m 0,035 höhe am vordertheil und m 0,08 grösster breite.Dieser merkwürdige grabesschmuck, von welchem f. 4 (s.250)eine auf die hälfte reducierte nachbildung gibt, ist ebenso zumhangen wie zum stehen eingerichtet. Gegen das liintertheilzu hat das schiff unten zwei auswiiehse, die als untersätzedienen, um ihm die rechte Stellung zu geben. Das hintertheilläuft in einen hirschkopf mit hohem geweih aus, der nichtherausgezimmert, sondern durch ein eng umgelegtes tau mitdem rümpfe verbunden erscheinen soll. Hinter dem hirschkopfragt aus dem inneren des schiffes eine viergliedrige in unklarornamentierten absätzen verlaufende säule empor, in der man

1 s. Jfotizie degli scavi 1887 tav. XVII 1 und Falchis sorgfältigenbericht ebend. s. 500 ff. Milani Museo topografico dell Etruria (Firenze1898) p. 30 ff. hat wenigor eine beschreibung als eine symbolische aus-legung geliefert, in deren tiefe ich nicht zu folgen vermag. Auf denfund von Vetulonia hat mich Loeschcke zuerst hingewiesen, von Milaniserörterung desselben war GKaro so freundlich, mir eine abschrift mitzu-theilen. Vgl. noch Amelung, Führer durch die antiken in Florenz s. 163 ff.