Verladung der thiere
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ein idol, die tutela nauis 1 , erkennen darf. Das merkwürdigstenun ist die bevölkerung des Schiffes mit verschiedenartigemgethiere. Es scheinen durchweg hausthiere 2 zu sein. An demtaue, durch welches der hals des hirsches an das schiff be-festigt ist, nagt oben und unten ein kleineres thier, offenbarzwei ratten. Es folgt dann ein auf die Vorderbeine sichstemmender hund, der gerne mit- einem vor ihm liegendenzusammengeballten igel anbinden möchte. Gegenüber siehtman einen vierfüssler, kalb oder eselein, heu oder grassfressend; daran schliesst sich, wie die augenzeugen angeben,ein sitzender vogel (gans?), der nach innen blickt. Den mittel-punkt bildet ein auf die beiden seiten des Schiffes vertheiltespaar zusammengejochter ackerstiere, die ein jeder aus einemfutterkorbe fressen; das jooh, das sie verbindet, bezeichnetden Schwerpunkt des Schiffes: ein daran befestigter metall-ring gestattet das schiff so aufzuhängen, dass es im gleich-gewicht schwebt. Es folgt dann weiter auf der dem be-schauer zugewendeten seite ein gleichfalls aus einem korbefressendes schwein 3 ; nach einem nicht sicher erkennbarengegenständ folgt dann ein gehörntes thier, offenbar widder,das den köpf träumerisch auf das hintertheil eines fressendenschafs legt. Auf der gegenüberstehenden seite entspricht eingruppenbild aus dem familienleben des Schweins: eine mutter-sau nährt sich zusammen mit einem ihr zugewandten ferkelaus einem gefässe, hinter ihr ein kleineres ferkel, das seinenköpf zwischen die hinterbeine der mutter steckt um zu sau-gen. Was auf dem reste des vordertheils angebracht war,
1 s. JEnschede in Kulinkens Opusc. (Lugd. Bat. 1807) p. 2B7 ff.
2 Der igel macht davon keine ausnahme. Wie er bei uns nochzuweilen an stelle der katze gern gesehen ist, um das Ungeziefer zuvertilgen, so im alterthum, vgl. [Aristot.] thiergesch. 9, 6 p. 612 b 7 otb’ Iv toT<; oiKiau; Tpecpöpevoi (txlvoi) ktA.
3 Mit welchem recht die beschreiber des schiffs dies thiergerade einen eber nennen, weiss ich nicht. An sieh ist es freilich daswahrscheinlichste, dass der auf der hinterseite gebildeten muttersauein eber gegenüber gestellt werden sollte.