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VII Ergebnisse
Stellung auf aegyptischem boden darzuthun. Der PerserkönigDareios I hat zu Hib in der grossen Oase dem aegyptischenSonnengott Amon-Rä einen tempel errichten lassen (zwischen521 und 486), der fast vollständig erhalten ist; die wändesind mit hieroglyphentexten ausgestattet, unter denen zweihymnen auf den gott, die von HBrugsch bearbeitet und über-setzt sind, unser interesse erwecken. In dem grösseren die-ser hymnen heisst es 1 2 3 : 'Dein sitz von alters her war aufdem hochfeld von Hermopolis-Magna (xomuni). Du hattestverlassen (der seligen insein), das land der oase, und er-schienest im feuchten, im verborgenen ei. In deiner nähewar die göttin Amente. Du nähmest platz auf (demrücken) der kuh, und fasstest ihre hörn er undschwammest einher auf der grossen fluth der hei-ligen Meh-ur (di. grosse fülle). Kein pflanzenwuchs war.Er begann, als sich einte er (selbst) mit der erde und alsdas gewässer zum berge empor stieg 5 . Hier hat manden ganzen mythus gewissermaassen in der knospe. Dergott schwimmt einher auf der grossen fluth und wird mitdem gewässer zum berge emporgetragen, von dessen gipfeler zum himmel emporsteigt. Dies letzte moment, das derobige hymnus nicht weiter berührt, wird in dem anderenliede hervorgehoben, laut welchem 2 die göttin Nut dem Amon'himmel und erde übergibt, so wie sie sind, wann er em-porsteigt aus der wassertiefe im hohen hochland vonXomuni’. Auch dem Amon-Rä fehlt es nicht an einem fahr-zeug: er sitzt auf dem rücken der kuh und hält sich anihre hörner 8 . Es ist ein gleichartiges bild wie der griechische
1 Brugscli in den Nachrichten v. d. Göttinger gesellschaft d.wissenscli. 1877 n. 6 s. 124 und in dem werke: Reise nach der grossenoase El Khargeh (Leipzig 1878) s. 30 col. 23 f. Die Übersetzung ist imwesentlichen zuverlässig, wie mich College Wiedemann belehrt. %om,unisind die zu Hermopolis Magna verehrten 'acht götter’ s. Brugsch ebend. s. 34 f.
2 Brugsch Reise usw. s. 50 col. 16 f. Dieser zweite hymnus istunter Darius II abgefasst.
3 vgl. Brugsch Reise s. 42 f.