Band 
Zweiter Band.
Seite
123
JPEG-Download
 

Bildung von Greisen aus Granit.

123

hatte man daher etwa einen der Topasirung von Turmalinschiefer und Quarz-porphyr sowie der Turmalinisirung einigermassen analogen Process zu erblicken.

Seit lange bekannt sind die zinnerzhaltigen Pseudomorphosen nach Feldspath aus Cornwall (Grube Huel Coates bei St. Agnes-Beacon, Balleswidden bei St. Just,Kock hill bei St. Austeil). Die Orthoklas-Individuen und -Zwillinge sind durchein feinkörniges Gemenge ersetzt, welches bei sehr wechselnder Betheiligungder beiden Substanzen vorwiegend aus Zinnstein und Quarz besteht; vielfachgesellt sich dazu weisser Glimmer, in einigen Fällen auch Turmalin; bisweilensind noch kaolinisirte Feldspathreste vorhanden. Ob sich dieses Gemenge in dieHohlräume verschwundener Feldspathkrystalle hinein absetzte, oder ob hier eineallmähliche Umwandlung von Feldspathsubstanz in das erstere stattfand, ist wohlnoch fraglich. Für das letztere würde die Beobachtung von E. Geinitz sprechen,»dass sich an einem Präparat der Einfluss der in dem früheren Krvstall vor-handen gewesenen Zonen noch wahrnehmen Hess, indem sich beim Anschleifendes Zwillingskrystalls mehrere den äusseren Contouren folgende Furchen imInneren zeigten«. Vgl. über diese Gebilde: Blum, Pseudomorphosen III. 236.274. Daubree, Comptes rendus XX. 1845. 1329. Breithaupt, Paragenesis 121.Bischof, Chem . Geol. 2. Aufl. II. 815. Tschermak, Sitzgsber. Wiener Akad.Bd. 49. 1864. 334. E. Geinitz, N. Jahrb. f. Min. 1876. 484. Collins, ebendas.

1877. 836. Tschermak beschrieb einen theilweisen Ersatz des Quarzes durchZinnerz von der Grube Huel Philmone bei 8t. Agnes in Cornwall ; Hohlräumevon der Form des Quarzes sind ausgefüllt mit einem sehr dichten Aggregat,welches aus Quarzpartikelchen und gelblicher undurchsichtiger Substanz (Zinn-stein) besteht; dieses Gemenge liefert 54,4 Sn0 2 , 44,1 S10 2 , 1,2 Fe 2 0 3 (Sitzgsber.Wien . Akad. Bd. 49. 1864. 331). Ein ähnliches pseudomorphes Gemenge scheintder von Beithaupt als Mineral aufgeführte Stannit aus Cornwall zu sein. Einevollständige Verdrängung des Feldspaths durch Topaskörnchen, oft unter Bei-behaltung seiner Form, ist neuerdings vielorts nachgewiesen worden (S. 121).

Greisen erscheint dicht am Schiesshause von Geyer, die s.ö. Spitze der Ziegel-berger Granitpartie bildend, als gleichmässiges Gemenge von Quarz und lichtgrünlich-grau bis grünlichschwarz gefärbtem Eisenlithionglimmer; bedeutend kaolinisirterFeldspath findet sich partieenweise. Durch Zurücktreten des Glimmers bildet sichein reiner weisser, z. Th. etwas drüsiger feinkörniger Quarzfels heraus, in dem mankaum mehr eine Dependenz dos Granits erkennen würde (Schalch, Sect. Geyer

1878. 47 ; Müller in v. Cottas Gangstudien III. 36; Stelzner, die Granite von Geyerund Ehrenfriedersdorf, Freiberg 1865. 12,. An manchen Stellen geht der Greisenaber auch in schlierenähnliche Aggregate von »körnigem Topasfels« über, welcheursprünglich aus Topas nebst wenig Feldspath und Glimmer bestehen, durch spätereZersetzung der letzteren ca. 90 % Topas mit etwas Kaolin und Ferrit aufweisen(Salomon und His in Z. geol. Ges. XL. 1888. 570). Der überhaupt hier den Greisenliefernde Granit vom Greifensteiner Typus führt stellenweise sehr reichlich Topasin kleinen höchstens wenige mm grossen krystallinischen Körnchen. Am Sand-berg bei Lindenau lagert im Eibenstocker G. Greisen von gangartiger Verbreitungso mit G. verbunden, dass des letzteren frischer Feldspath, matter und verwittertwerdend, sich in weichen Kaolin umwandelt, anstatt dessen dann in dem Greisenkleine mit rothem Eisenoxyd ausgekleidete Hohlräume erscheinen (Dalmer, Sect.