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ist. Cavalieri bezeugt in einem Brief an Galilei vom J. 1626,dafs er sein Werk, welches schon 1626 vollendet war, nurzurückhalte, um Galilei Zeit zu lassen, das seinige zu pu-bliciren.
In nähere Beziehung zur Physik tritt Cavalieri durchzwei Werke: De speculo ustorio 1632 , und Exercitationesgeometricae, Bonon. 1647. Das letztere sichert ihm einenehrenvollen Platz in der Geschichte der Physik, dennhierin giebt er zuerst die vollständige Lösung des Pro-blems, die Brennweite jeder konvexen oder konkaven Linsezu finden. Keppler war dies nur für die plankonvexe undgleichseitige bikonvexe Linse gelungen (§ 74); dagegenbeschränkte sich Cavalieri auf die Brennweiten, d. h. aufdie mit der Axe parallel einfallenden Strahlen, die Ver-einigungsweiten überhaupt wurden erst später gefunden.
153. Da mich Cavalieri auf die Optik geführt hat, sokann ich nicht unterlassen, hier seinen Mitbürger Grimaldi(§ 132) näher zu betrachten. Ich habe denselben schonbei Riccioli namhaft gemacht, aber damals seine optischenLeistungen nur beiläufig erwähnt, um die Entwicklungder Fortschritte in der Mechanik nicht zu unterbrechen-Grimaldi lebte gleichzeitig mit Cavalieri in Bologna . Beidewaren Geistliche, ersterer Jesuit, letzterer Jesuat, beidekultivirten die Optik, aber während Cavalieri die mathe-matische Richtung verfolgte, schlug Grimaldi den experi'mentellen Weg ein.
Cavalieri hat unstreitig seine Verdienste, allein wennman zwischen beiden abwägen will, so muls man bekennen,dafs der Ausschlag sehr bedeutend auf Seiten Grimaldi sneigt, denn er hat die Lehre vom Licht mit Thatsachenbereichert, die wirklich epochemachend sind und wirklichEpoche gemacht haben würden, wenn ihre Entdeckung ineine andere Zeit gefallen wäre; sie theilte aber das Schicksalaller der Entdeckungen, die zu früh kommen, sie g tD Sspurlos an den Zeitgenossen vorüber und der bescheideneMann, der nicht einmal wagte, sie bei seinen Lebzeiten