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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Nachfolger Galilei’s .

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So wie sich, sagt er, wenn man einen Stein in’sWasser wirft, um diesen wie um einen Mittelpunkt kreis-förmige Erhöhungen des Wassers bilden, grade so ent-stehen um den Schatten des undurchsichtigen Gegenstandesjene glänzenderen Streifen, die sich nach Verschiedenheitder Gestalt des letzteren entweder in die Länge ausbreitenoder gekrümmt erscheinen. Und so wie jene kreisförmigenWellen nichts anderes sind als angehäuftes Wasser, umwelches sich auf beiden Seiten eine Furche hinzieht, sosind auch die glänzenden Streifen nichts anderes, als dasLicht selbst, das durch eine heftige Zerstreuung ungleich-mäi'sig vertheilt, und durch schattige Intervalle getrenntwird. So wie endlich die kreisförmigen Wasserwellenbreiter werden, wenn sie sich mehr von dem Quell ihrerErregung entfernen, ebenso bemerken wir dasselbe an denglänzenden Streifen, je weiter sie von dem Anfang ihrerErregung abstehen 1 ).

Aehnlich spricht sich Grimaldi auch über den zweitenVersuch aus, und überhaupt zieht sich die Idee, dafs dasLicht aus einer feinen Flüssigkeit bestehe, die in wellen-förmiger Bewegung, in einer fluitatio, undulatio, agitatio,volutatio befindlich sei, durch das ganze Werk hin.

Ein anderer merkwürdiger Versuch, der ganz in dieKlasse der eben beschriebenen gehört, ist der in Propo-sitio XXIX (p. 231) überschrieben: Lumen non coloratuma tiquanclo coloratur per solam reflexionem — ungefärbtesLickt wird mitunter durch blofse Reßexion gefärbt. — Esist ganz der schon bei Descliales erwähnte Versuch, inWelchem aber Grimaldi die Priorität gebührt (§ 134), näm-lich der Versuch, bei welchem Sonnenlicht in einer dunklenKammer von einer mit feinen Ritzen überzogenen Metall-platte reflektirt, und die zurückgeworfenen Strahlen aufe iner weifsen Tafel aufgefangen werden, auf welcher sieE arben zeigen. Diese verdanken ihre Entstehung eben-

') Wilde, Gesch. d. Optik I, 32G.