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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Centrifugalkraft.

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bauen. Kater hat ganz zweckmäfsig dieses Pendel mit demNamen Reversionspendel belegt.

Centrifugalkraft.

259. Durch seine Untersuchungen über das Pendelwurde Huygheiis auf eine ganz neue Lehre geführt, autdie Lehre von der Centrifugalkraft, auch Flieh- oderSchwungkraft. Es ist dies bekanntlich die Kraft oderReaktion, welche ein bewegter Körper ausübt, wenn manihn zwingt eine krummlinige Bahn zu beschreiben. EinKörper, der einen Stofs bekommen hat, bewegt sich ingrader Linie fort, und zur Unterhaltung dieser Bewegungist keine Kraft nöthig. Soll er aber aus dieser Linie ab-gelenkt werden, so bedarf es einer gewissen Kraft, undsoll diese Ablenkung eine stetige sein, so muls auch dieKraft stetig angewandt werden. Die Reaktion nun, welcheein bewegter Körper dieser Kraft entgegensetzt und der-selben gleich ist, ist das, was man Centrifugalkraft nennt.

Der einfachste Fall dieser Kraft ist der, wo ein Kör-per an einem unausdehnsamen Faden herumgeschleudert,und also gezwungen wird einen Kreis zu beschreiben. DieSpannung des Fadens, der den Körper im Kreise hält, istdann, abgesehen von der Schwerkraft, das Mals der Centri-fugalkraft . Auf diesen Fall, auf die Centrifugalkraft beider Kreisbewegung, waren die Untersuchungen von Huyghenseingeschränkt. Eine kurze Anzeige der von ihm gefun-denen Sätze, jedoch ohne Beweise, gab er bereits 1673 inseinem Horologium oscill., erst später bearbeitete er denGegenstand ausführlicher und fügte die Beweise hinzu.Die Abhandlung De motu et vi centrifuga erschien abererst im J. 1703 nach seinem Tode, als schon Newton denGegenstand aus einem weit allgemeineren Gesichtspunktaufgefalst, und namentlich die Centrifugalkraft bei derelliptischen Bewegung der Himmelskörper in Betracht ge-zogen hatte.