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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Elektricität.

wollene, baumwollene und leinene Fäden an eine auf sei-denen Schnüren ruhende Eisenstange, und fand, dafs wenndie elektrische Glasröhre der Stange nahe gebracht wurde,die Fäden auseinander gingen, die leinenen am meisten,dann die baumwollenen, am wenigsten die wollenen 1 ).In diesem Versuch liegt der Keim zur späteren Erfindungdes Elektrometers.

2) Die Leitungsfahigkeit eines nassen Bindfadens,durch welchen die Elektricität 1256 Fufs fortgeführt wer-den konnte.

3) Die Beobachtung, dafs sich selbst aus einem leben-den Körper Funken ziehen lassen. Er hing nach Gray’sVorgang einen Knaben an seidenen Schnüren auf, undelektrisirte ihn. Die Umstände dabei müssen wohl gün-stiger gewesen sein als bei Gray’s Versuch, denn er sah,was diesem entgangen war, dafs wenn man einen Fingerdem Knaben bis auf einen Zoll näherte, Funken aus diesemhervorbrachen, die ein knisterndes Geräusch, sowie einStechen und Brennen in dem Finger verursachten.

Der Abt Nollet, später selbst ein eifriger Elektriker,der zugegen war, gerieth über das Erscheinen der Funkenaus einer lebendigen Person in grofse Bestürzung, undDllfay wurde hierdurch veranlafst, die schon an den Katzen1707 beobachtete Erscheinung (§ 334) in besserer Weisezu reproduciren, indem er das Thier auf ein seidenesKissen setzte, und den Rücken gegen die Haare strich.Näherte er dann der Katze einen Finger, so gab sie Fun-ken, die ihr offenbar Schmerz verursachten. Die VersucheDufay’s gaben Anlafs, dafs Gray die seinigen wieder auf-nahm und abänderte. Er hing hölzerne und metalleneStangen an seidenen Schnüren auf und elektrisirte sie.Dabei fand er, dafs sie nun ebenfalls stechende Funkengaben, wie solche aus dem menschlichen Körper erhaltenwaren, und dies führte von nun an immer zur Anwendungmetallischer Leiter.

’) Fischer, Gesch. d. Phys. V, 452.