850 Elektrisirmasckine.
Am berühmtesten ist im vorigen Jahrhundert die Ma-schine geworden, welche der englische Mechaniker Cutli-bertson für das von einem reichen Privatmann, Teyler vander Hulst (1702 —1778), in Harlem gestiftete Teyler’scheMuseum anfertigte. Van Marum , Vorsteher dieser Stiftung,hat die Maschine 1783 beschrieben und zur Anstellungverschiedener Versuche benutzt, die besonders wegen derMächtigkeit der erlangten Wirkungen lehrreich sind. DieseMaschine hat auf einer gläsernen Axe von 33 Zoll Längezwei Scheiben von 65 engl. Zoll Durchmesser in 1 \ ZollAbstand von einander. Sie gab Funken von 24 Zoll Länge,und wirkte schon aus einer Entfernung von 40 Fufs be-deutend auf ein Elektrometer.
Es würde zu weit führen von all den unzähligenAbänderungen zu reden, die speciell mit dieser Maschinewie mit den Elektrisirmaschinen überhaupt vorgenommenwurden, namentlich wo man das Glas durch andere beimReiben elektrisch werdende Substanzen ersetzte, z. B. durchwollene und seidene Zeuge, Leder, Leinewand, Papier,gedörrtes Holz, Gummilack u. a. m. Auch in Betreff desAmalgams wurden viele Versuche gemacht, um aus ver-schiedenen Mischungen die wirksamste zu ermitteln; alssolche hat sich das Amalgam des Baron von Kienmayerzu Wien bewährt, welcher dasselbe im Journal de physiqueAoüt 1788 beschrieb, wonach es aus 2 Theileu Quecksilber,1 Th. Zinn und 1 Th. Zink besteht. Van Harum glaubte dieWirksamkeit dieses Amalgams noch dadurch zu erhöhen,dafs er J vom Gewicht desselben Musivgold hinzusetzte ').
Das Angeführte wird genügend zeigen, welche Fort-schritte die Kunst der Elektricitäts-Erregung durch Reibeninnerhalb des vorigen Jahrhunderts gemacht hat. Mankann wohl sagen, dafs sie seitdem keine sonderlichen Er-weiterungen erfahren hat, und dafs wir in Bezug auf dieFrage, wie eigentlich das Reiben Elektricität errege, nochvöllig im Dunkeln tappen.
*) Fischer, Gesch. d. Phys. VIII, 483, 486.