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ein Rcichsgcsctz «), daß je der neunte Mann von den auf dem Landewohnenden Edelleuten und Soldaten in dieselbe ziehen und feierlicheVersammlungen und Freudenfeste nur in Städten gehalten werdensollen
Die Einwohner auf dem Lande hingegen mußten die neuen An»sicdler ernähren und den dritten Theil ihres Feldcrcrtrags in die inden Städten erbauten Vorrathshäuscr liefern.
So lästig jene Maaßregel manchem Land- und Städtcbcwohncrjener Zeit fallen mußte; so trug sie voch gewiß sehr viel dazu bei,die Sicherheit des Eigenthums nach und nach zu befestigen und ins-besondere ein wesentliches Hinderniß zu entfernen, welches dem Wcin-und Obstbau in so fern im Wege stand, als diese Cultur mehr alsjede andere den Schutz vor Eingriffen in das Eigenthum und vorZerstörung der Pflanzungen bedarf.
Ucbcrdieß ist zu vermuthen, daß die Landbewohner sich jenerLast so bald als möglich entzogen, und die neuen Ansiedler, von de-nen wohl mancher bei seinen früheren Züge» in wcinbautrcibcndeLänder die Wcinkultur hatte kennen lernen, so bald sie genöthigt wa-ren, für ihren eigenen Unterhalt zu sorgen, auch im eigenen Interessemit der Pflanzung des Weins sich beschäftigt haben werden, welchenohne Zweifel schon damals, wie jezt, jeder alte Krieger dem schlech-ten Bier oder Mcth vorzog, das zu jener Zeit gebraut wurde.
Demnach scheint es allerdings glaubwürdig, daß manche neueWeinpflanzung in Folge der Entwicklung der neuen bürgerlichen Ord-nung, verbunden mit dem kirchlichen Bedürfnisse an Wein, das diegleichzeitige Verbreitung des christlichen Cultus schuf, vorzugsweisein der Nähe der durch mächtige Burgen gcscküztcn Gegenden und derncubcfcstigtcn Städrc, selbst am Fuße der Alp, wo namentlich dieUmmaurung der Städte Urach, Münsingcn, Tübingen und Nürtin-gcn zu jener Zeit bewerkstelligt worden seyn soll entstanden
seyn könnte.
Geschichtlich erwiesen ist übrigens die Verbreitung des Wein-baues erst seit der Stiftung des Klosters Zwicfallen im Jahre 1,089in Beziehung auf jene Gegend.
Der Chronikschreiber Örtlich, ein Zeitgenosse dieser Stiftung,indem er der Schenkung des Grafen Cuno von Achalm an jenes
*) Geschichte der Deutschen a. O. S. 251. Siehe auch Ludens Geschichtedes deutschen Volkes. VI. Bd. S. 274.
**) ^nnslists 8sxo sä s. 927 spuä Lvcsrä p. 250.
**-) O. D 1. S. 26.