Unter den beständigen Weiden verdienen in Würt-temberg besonders aufgeführt zu werden:
s) Die vielen Bergweiden, welche wegen des steilenHangs einer andern Kultur zum Theil ganz unzugäng-lich sind. Die Schafweiden der Alb bringen auf ihremtrocknen Kalksteinboden ein sehr zartes, gewürzigesFutter hervor, das die Haltung feiner Schafe sehrbegünstigt.
b) Die ausgedehnten Moos- und Niedweiden, vonRindvieh betrieben, am häufigsten im untern Donau-gebiet.
o) Die gewöhnlichen Höhelandsweiden. Nicht immerist ihr Boden von so geringer Beschaffenheit, daß sievon der Natur zu diesem Gebrauche angewiesen wären;häufig haben ihnen die übrigen landwirthschaftlichenVerhältnisse diese Bestimmung ertheilt. An manchenOrten z. B. ist man genöthigt, ganz erträgliche StückeLandes deßhalb zur Weide liegen zu lassen, weil dieSchafe, welche sich außerdem die meiste Zeit auf Aeckernund Wiesen erhalten, ohne einen solchen Zufluchtsortwährend der dürftigen Sommerperiode vor der ErnteHungers sterben würden. An andern Orten sind der-artige Flächen noch Gemein-Eigenthum, aüf welchemjeder Bürger seine Pferde, Rinder, Schafe, Schweine,Gänse ernähren will und muß, so lange die Stall-fütterung nicht eingeführt ist. Oft sind sie demnach ge-rechtfertigt, eben so oft noch eine öffentliche Urkundeder Trägheit und Indolenz der Landwirthe.
Uebrigens nimmt einerseits die Vertheilung derGemeindeweiden und dadurch die Einführung der Stall-fütterung vollends rasch überhand, andererseits zeigen