Buch 
Beiträge zur Kenntniß der Württembergischen Landwirthschaft / Unter Mitwirkung mehrerer vaterländischer Landwirthe verfaßt von Karl Göriz
Seite
86
JPEG-Download
 

WS 86 Ei'

8. 77.

Es wäre eine irrige Ansicht, zu glauben, daß durchdiese Beseitigung so manchen altherkömmlichen, bestän-digen oder wechselnden Weideplatzes die Viehzucht be-einträchtigt werden und dieses nicht nur an und fürsich, sondern auch durch die unvermeidliche Rückwirkungauf den Ackerbau Schaden bringen müsse. Die Er-fahrung hat dieses bereits widerlegt, indem sich fa trotzdieser Maßregeln der Viehstand des Landes fortwäh-rend vermehrt und veredelt. Beim Rindvieh bietetohnedieß die Stallfütterung mehr als genügenden Er-satz; aber auch die Schafzucht, bei welcher diese nurschwer auszuführen ist, leidet erwiesenermaßen nichtdarunter. In einzelnen Distrikten wird sie vielleichtganz verschwinden, allein in anderen um so mehremporkommen; * die vorhandenen Weiden werde»

* In dieser Beziehung ist die Verschiedenartigkeit derKulturstufen wieder überaus günstig für das Land. MancheOrte in der Nachbarschaft von Stuttgart rc. rc. schaffen dieSchafweiden und somit den letzten Ueberrest der Weidewirtb-schaft ab, weil dieß der Ackerbau jener Orte dringend erfor-dert; in andern Distrikten des Landes ist man gerade jetzterst im Begriff, Schafweiden zu errichten, und man ist dabeiebenfalls auf dem Wege des Fortschritts.

Im Ellwang'schen z. B., wo vorherrschend Rindviehzncbtbetrieben wird, welche bisher die ganze Gemeindeweide i»Beschlag nahm, ist im Verlauf der letzten 20 Jahre in denmeisten Gemeinden Stallsütterung eingeführt und es sind dieAllmanden vertheilt worden. Die Brache, welche zum Theil,aber noch nicht ganz eingebaut wird, kann nun den Schafeneingeräumt werden, und wird es auch überall, wodurch füedie Gemeinden ein gutes Pachtgeld und für die Felder durchden Pferch ein gutes Dungmittel erwächst. Sollte in späteren