Leibnitz ' Zeiten kann es nicht mehr geben, wir sind in der Periodeder Fachgelehrten eingetreten, wo man sich höchstens mit einem all-gemeinen Blick in die gesairimte Wissenschaft begnügen muss. Dochselbst auf diesen beschränkten Feldern des Wissens fängt es jetzt oftan schwer zu werden, alle gemachten Beobachtungen und Bemerkun-gen in einem Menschenleben kennen zu lernen.
Wer die Wissenschaft, welche immer es sein mag, wirklichbefördern will, muss doch bis zu einem gewissen Grade in allenFällen Meister der Literatur seines Faches werden. Dieses ist aberganz vorzüglich der Fall in allen Theilen der Naturgeschichte, derErdkunde, der Geologie und selbst der Naturwissenschaften über-haupt, wie z. B. in der Meteorologie. Das Sammeln der Thatsachenist die erste Grundlage dieser Wissenschaften. Gibt es andere Wissen-schaften, welche die volle Kenntniss ihrer Literatur weniger brauchen,so sind es nur mathematische, physicalische und selbst chemische, sowie technische, weil man da die durch andere schon gewonnenenErfahrungen mit Zeitaufwand manchmal möglichst wieder machenund auf diesem Wege doch zu Neuem gelangen kann. Selbst scharfemathematische Berechnungen und Schlüsse können hin und wiederphysicalische Experimente und Beobachtungen ersetzen. Um dieKenntniss der Literatur, in jedem Fache zu erleichtern, wurdenBücher-Kataloge gemacht, welche aber nicht alle ihrem Zwecke ent-sprechen. Die alphabetisch nach den Namen der Verfasser geord-neten bleiben die unbequemsten. Methodisch bearbeitete Bücher-Kataloge, selbst mit Referaten und chronologisch bearbeitet, wieBoehmer’s Scriptorum hist. nat. 178S —1789, genügen schon allenicht, darum hat man in diesem Decennium angefangen, in einigenunvollständig die Titel jener Abhandlungen zu geben, welche diejetzige weitläufige Journalistik bildet.
Sehr wenige Gelehrte haben sich mit der methodischen Classi-fication der Akademie- und Vereins-Schriften für verschiedene Fächerbeschäftigt oder die Journalistik eines Landes oder eines Fachesmethodisch und alphabetisch nach dem Inhalte zergliedert. Es gibtschon einige chronologisch geordnete Bibliographien für einzelneFächer oder nur für eine Wissenschaft in einem bestimmten Lande.Doch die grösste Aushilfe der Gelehrten bleiben noch immer diesogenannten doppelten Sach- und Namenregister. Mögen sie aberselbst für Decennien gemacht sein, was selten der Fall ist, so verliert