Chronologischer Katalog der Nordlichter bis zum Jahre 1856.
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man viele Zeit mit solchem Suchen. Endlich sind die Repertorien undJahresberichte die schätzbarsten Hilfsmittel, aber leider selten voll-ständig.
Den Stand eines wahrhaft nützlichen Bibliographen erfasse ichnicht nur als einen genauen Compilator, sondern ganz vorzüglich imwissenschaftlichen Sinne als einen Arbeitsgehilfen des Gelehrten.Ihre Werke sollen für lezteren die Schürfen für den Bergmannersetzen. Diese Pionniere des Wissens müssen dem Gelehrtenstandedie Mittel an die Hand gehen, so geschwind als möglich alles Ver-öffentlichte, nicht nur über grosse Lehren im Allgemeinen, sondernauch über einzelne Gegenstände, Erfahrungen, Zweifel und Theorienfinden zu können. In einem solchen Werke muss erstlich die metho-dische Ordnung vielgegliedert sein, möge dieses auch Wiederholun-gen und Zurückweisungen in Menge verursachen. Dann müssen inder Aufzählung nicht nur die Fächer und Abhandlungen der Gelehrten-Vereine und der Zeitschriften eingetheilt, sondern die vielen gemisch-ten Abhandlungen, Briefe und dergleichen müssen auch zergliedertwerden. Dann sollen noch dazu einzeln die Erfahrungen und dieTheorien wissenschaftlich ausgelesen und auch classificirt werden.Ausserst wichtig sind die Referate zu mehreren Vereins- oder Zeit-schriften für einzelne Gegenstände, weil Jeder nicht immer dieselbeSchrift am leichtesten durchsuchen kann. Sehr nützlich wird auchdie Zugabe der Zahl der Seiten einer Abhandlung, damit man beur-teilen kann, ob es nur ein Auszug oder wirklich das Ganze ist oderseihst ob man den gesuchten Aufschluss darin finden wird. Endlichmuss dies alles genau angegeben sein, ganz vorzüglich die Jahres-zahl der Herausgabe oder selbst noch besser den Tag der Vorle-sungen. Durch die genaue Jahreszahl wird oft die Angabe des Ban-des überflüssig und besonders wird aller Zeitverlust und Zweifelgehoben, was durch die falsche Angabe der Reihenfolge der Zeit-schriften so oft entsteht. Dann kommt die Angabe der Sammlungenund Zeitschriften. Was die Bände, Seiten und Kupfertafeln betrifft,muss alles ganz richtig sein. Wie Logarithmentafeln nur durch ihreZahlengenauigkeit werthvoll erscheinen, ebenso steht es mit derjenigeneiner Bibliographie. Wer dahinter nur den Pedanten wittert, hat nieWissenschaft getrieben oder versteht den Werth der Zeit nicht.
Je weiter ich in der Wissenschaft vorgerückt, je deutlicher sindmir diese Wahrheiten geworden und ich habe mich endlich an dieses