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Bestimmung des Längenunterschiedes zwischen den Sternwarten von Kopenhagen und Altona / von Professor, Dr. C.A.F. Peters
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Einleitung .

nur noch sehr kleine Correctionen der auf erstere Weise erhaltenen Werthe hervor-gehen konnten.

In Altona sind die Durchgangsinstrumente im Meridiausaale, so nahe als möglichim Meridiane des Mittagskreises, 0,882 Toise nördlich von diesem, auf einem vom Kuss-boden isolirten Stative aufgestellt worden. Den Theil dieses Stativs, der sich unterhalb desKussbodens befindet, hat Schumacher bereits im Jahre 1829 aus Holz sehr solide aus-führen lassen. Gegen die Einwirkung der Feuchtigkeit waren die Holztheile durch einenUeberzug von Lackfirniss, und gegen die Einwirkung der äusseren Luft und der Sonnen-strahlen dadurch geschützt, dass alle Kenster des Kellerraums durch hölzerne Laden ver-schlossen waren. Auf dem genannten Holzwerk war ein aus Gusseisen angefertigtes, mitWollentuch überzogenes, Stativ gestellt, auf welches eine Sandsteinplatte gelegt war. Aufdieser lagen die metallenen Bricken, in welche die Fussspitzen des jedesmaligen Durch-gangsinstruments eingelassen wurden.

In Altona hatten die Durchgangsinstrumente eine solche Aufstellung, dass dafürdasselbe Mirenfernrohr benutzt werden konnte, welches im Jahre 1857 für den Meridian-kreis aufgestellt worden ist. Dieses Mirenfernrohr hat ein Objectiv von 12 Linien Durch-messer, in dessen Focus eiu Fadenkreuz angebracht ist. Es war nördlich von der Stern-warte auf einem Steinpfeiler befestigt, der von zw'ei einander uinschliessenden hölzernenKasten umgeben ist. Die Wände dieser Kasten sind etwa 2 Fuss von einander entfernt.Durch diese Wände ist in der Richtung nach dem Durchgangsinstrument ein hölzernesRohr geführt, welches an beiden Enden mit Plangläsern verschlossen ist, die mit grosserSorgfalt in der Steinheilschen Werkstatt angefertigt sind. Nach der entgegengesetztenRichtung ist gleichfalls ein an beiden Enden (durch Fensterglas) verschlossenes Rohr gelegt,um mittelst einer ausserhalb des Mirenhäuschens aufgestellten Laterne, das Fadenkreuz desMirenfernrohrs beleuchten zu können. Im Uebrigen war der Raum zwischen beiden Kasten,seitwärts sowohl als oben, mit einem Stoffe von schlechter Wärnieleitung (mit losem Stroh)ausgefüllt.

In Kopenhagen wurde, im März 1863, für die zu der Längenverbindung anzustel-lenden Beobachtungen ein Mirenfernrohr gleichfalls nördlich von der Sternwarte, und inähnlicher Weise, aufgestellt wie in Altona . Der Zwischenraum zwischen den beiden denCollimalor uinschliessenden Holzkasten ist jedoch in Kopenhagen etwas kleiner, und beträgtnur etwa 12 Zoll.

An dem Universalinstrumente A wurde während der ganzen Dauer der correspon-direnden Beobachtungen von mir beobachtet, an dem Instrumente B von Herrn Dr. Lesser.Wir wechselten zweimal mit den Instrumenten die Stationen. Es kam nur ein Chrono-graph zur Anwendung, und dieser war jedesmal neben dem Instrumente A aufgestellt.