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Herzen Europa's, zwischen Frankreich, Italien und Deutsch »land gelegen, verstattete sie den Ansichten, die in diesen Län-dern herrschten, und die wie deren Heere an ihren Grenzenstreiften, wie ihren Waaren Eingang. Aufgeklärter alsandere Länder, wegen der allgemein verbreiteten Bildung,wegen der verhältnißmäßig größer« Anzahl ihrer Gelehr-ten, wegen der Anzahl und der Verdienste derjenigen, dieEinfluß auf den allgemeinen Gang der geistigen Culturund Civilisation ausübten, sympathisirte die Schweiz mitjeder Bewegung der Geister und fand sich dabei unmittel-bar betheiligt. Obwohl zum größten Theil deutsch , richtetesie ihre Blicke doch zumeist nach Frankreich , dessen Sittenund Sprache sie annahm; kälter gegen die kalte Tiefedeutscher Spekulation, war sie empfänglicher für die leb-hafter» Eindrücke des französischen Geistes.
Die Verwandtschaft der Sprache ist das Merkmaleiner noch innerlicher« Verwandtschaft, ganz wie die Mund-arten und die Aussprache Verschiedenheiten des Geistesund des Charakters entsprechen. Wenn Verschiedenheitenbie französische Schweiz von Frankreich trennen, so istdie Gleichartigkeit, wodurch sie sich annähern, noch tiefer,und die in diesem Lande herrschenden Vorstellungen ge-langen zu jenem durch die rasche Mittheilung der rasche-sten Sprache. Geschäftsmänner, Gelehrte und Kriegerbesuchten Frankreich , ja hielten sich oft lange Zeit in dem-selben aus; sie sogen dessen geistige Luft ein, und brachtenderen angenehme oder verpestete Ausdünstung nach Hause.Die aus der Ungebundenheit des Jahrhunderts entstan-dene Leichtfertigkeit war über die Berge gedrungen, zueiner Bevölkerung, die zu größerer Strenge berufen war,die aber nicht übel den gesellschaftlichen Ton von Paris uachzuahmen verstand. 3n den Salonü zu Genf und Lau-sanne traf man feine Sitten, geistreiche Unterhaltug: dort