— 104 —
reiteten wetteifern. Schwyz und Unterwalden, Entlebuch und Emmenthal, die Hügel und Hochebenen von Freiburg ,wie die Flüchen des Kontons Bern schickten ihr prächtigesVieh auf die Schweizermärkte und über die Berge. Je-des Jahr bevölkerten sich die rhätischen Alpen mit Gat-tungen, die minder stark, aber gesucht waren. Die fet-ten Käse des Emmen- und Simmenthales würzten dieMahlzeiten der wohlhabendsten Schweizerbauern, undwaren selbst für den Tisch der reichen Städter gesucht.Schon damals wetteiferte der alte Käse aus dem Saaner-lande beinahe mit dem Parmesaner, und derjenige ausden Greyerzer Alpen mußte einer Menge nachgemachterProdukte, die seiner Schmackhaftigkeit von ferne nichtgleich kamen, den Namen leihen.
Einige Gegenden fiengen nur erst an, die noch in derKindheit sich befindende Forst wirthschaft durch poli-zeiliche Verordnungen einzurichten. Die steigenden Holz-preise verleiteten die Bewohner vieler Berggegenden, ganzeWälder auszurotten, wodurch der HvlzwuchS für die Zu-kunft gehindert und der Sturz von Geschieben herbeige-führt wurde, welche viele fruchtbare Thalgründe verderbenund durch Erhöhung der Flußbetten Ueberschwemmungenherbeiführen.^) Die reißende Entfaltung der Glarner -industrie und die Zunahme der Bevölkerung hatten unvor-sichtige Holzverwüstung, Erdschlipfe, Verheerung durchangeschwollene Waldmeister und durch das Austreten derLinth zur Folget)
Ein halbes Jahrhundert hindurch hörte man haupt-sächlich in Bern Klagen über den Verfall von Handelund Gewerbe. Die Bürger in-den Städten, die frü-
26) Meyer, 481.
27) Schüler, 345, 346. Vo» Arr, 616, 620.