239
Fürsten nicht kräftig genug gewahrt habe. Er tadeltedarin auch die Geistlichkeit mit einer Uebereilung, diedahin zielte, ein verbrecherisches Mißtrauen gegen seinerechtmäßige Herrschaft einzuflößen. Die Staatskörper be-kamen auch ihren Antheil an dieser herben Nüge. Alsobehandelte Friedrich einen Streit, der sein Ansehen betraf,sehr ernsthaft, und that diese Staatsangelegenheit keines-wegs, wie man gesagt hat, mit einem Scherze ab, derihm vielleicht zu einer Stunde, wo er das Scepter imKreise seiner Vertrauten wegzulegen pflegte, entschlüpft ist?°)Die fünf Staatskörper wandten sich an Bern , welcheskraft der alten Verträge als Schiedsrichter auftreten konnte.Gemäßigter, als ihre Geistlichkeit, die. für die OrthodoxieFeuer fieng, rieth die Regierung von Bern „ihren from-men, geehrten und wohlweisen, ganz besonders gutenFreunden, getreuen und lieben Nachbarn und ewigenMitbürgern," die Sache ruhen zu lassen und sie auf in-direktem Wege beizulegen, indem sie Vorstellungen an denKönig gelangen ließen, wodurch die verfassungsmäßigenRechte der Staatsbürger in nichts gefährdet würden.^)Milord Marechal, der im Februar 1762^) „ach Neuen-burg zurück kam, war ein glücklicher Vermittler.^)Petitpierre, der entsetzt blieb, konnte sich mit der
26) „Man behauptet, er habe ihnen entboten, weil sie unwiderruflichverdammt sein wollten, so finde er das ganz recht und pflichteihnen hierin bei." Voltaire, viel. plrilos. § Lnlvr. Mit Witz-worten werden keine Staaten regiert, »och deren Geschichten ge-schrieben.
27) Schreibe» Berns, vom 4. April l76l.
28) Er hatte im Anfang des Jahres 1759 seine Stelle als Gouver-neur von Neuchatel aufgegeben, um eine Reise nach Schottland zumachen.
29) Schreiben Berns vom 19. März 1762 an Milord Marechal undan Neuenburg .