Band 
Zweiter Theil.
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wollte er die Bourboucn aus Italien vertreiben und schlugden Bündnern die Anlegung einer Straße vor, unter demVerwand, die Vollziehung des Salzvertrages zu erleich-tern?') Einige Jahre früher (1767) erhielt Mrn ausFrankreich Eröffnungen von einem geheimen, durch dieKabinete von Wien und Versailles wider die Unabhängig-keit der Schweiz angezettelten Plane. Man bot dem An-zeiger 250 Louisd'or an, wenn er selbst nach Bern kom-men würde; allein er kam nicht.") Solche Gerüchte,wenn man sie auch für ungegründet hielt, verstärkten dieNeigung bei den Schweizern, eine Stütze im Ausland zusuchen. Sie richteten ihre Blicke bereits nach Frankreich ,als ein bedeutendes Ereigniß sie auf diesem Punkte festhielt.

Ludwig XV. starb am 10. Mai 1774. Das Geschickder Schweiz war dabei betheiligt, daß ein Ehrenmann denThron des allerchristlichsten KönigS bestieg. Die Tugen-den des noch nicht zwanzigjährigen Ludwig XVI. leuchte-ten um so Heller, da die Krone durch die Laster seinesGroßvaters befleckt worden war. Die schmeichelhafte Zu-schrift, in der er seinen lieben Eidgenossen seine Thron-besteigung meldete, brachte in der ganzen Schweiz einenEindruck hervor, welcher durch den Ruf von der Recht-lichkeit und dem Wohlwollen des Königs verstärkt ward-Ohnehin hatte sich die schweizerische Tapferkeit abermal aucham Tage deS Unglücks die Achtung der französischen errun-gen.") Das frühere Ministerium ließ nicht durchblicken,daß es den ewigen Frieden von 1516 als nicht mehr beste-hend ansehe, weil dieser allein den König berechtige, aufdas Bündniß mit der Eidgenossenschaft Anspruch zu ma-

1l) Bericht des Schultheißen von Erlach an den Geheimen Rath vm>

Bern, 2. Mai 1774.

,2) Meyer, 288, 289.

13) Siehe Gesch. schwelz- Eidgenossenschaft, Theil IV, S. 317, Am». 103-