Band 
Erster Theil.
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Luther von der Reform; aber sie wollten dieselbe staats-männisch, langsam und gemessen. Unter ihnen war vonKirchenverordnung, Concilium, nationaler Repräsentationdie Rede. Viele wahre und tiefe Zdeen waren unter die-sen Weisen verbreitet. Sie bereiteten die Reformationvor, aber keiner von ihnen trat auf, um sie durchzu-setzen. Zu einer Revolution im Volke bedurfte es Män-ner, die aus demselben hervorgegangen; Männer, die imHimmel einen Stützpunkt fanden, unerschütterlicher alsalle irdischen Kräfte. Ein heiliges Werk verlangte frommeGesinnung.

In einer dritten Klasse von Gelehrten, auf einer tie-feren Stufe der menschlichen Gesellschaft finden sich die-jenigen, denen die Geschichte den Namen von Reforma-toren gibt. Luther war aus dem Volke; er hatte dieArmuth gekannt. Eine strenge Religion hatte seinen Va-ter, einen armen Bergmann, bei seiner Erziehung ge-leitet. Als Student mußte er mit Singen von Thürezu Thüre sein Brod verdienen. Er hatte sein Herz einemFreunde geschenkt; dieser wurde an seiner Seite vomBlitze erschlagen. So war seine Jugend in Kummer ver-strichen; besonders schmerzlich war sie aber durch Seelen-kämpfe geworden. Luthers Bekümmerniß war die Sünde,welche er in sich fühlte; eine Wunde, an welcher alleHeilmittel mißlangen. Er hatte sich in die Verborgen-heit eines Klosters geflüchtet; das Kloster heilte ihnnicht. Er war in Rom , der heiligen Stadt, gewesen,und hatte nichts als Schmutz gefunden. Seine Kasteiungen,seine guten Werke hatten die verzehrende Leere, welcheer in sich fühlte, nicht ausgefüllt. Er erhob sich gegen dasVerderbnis der Kirche, warf die Bullen des Papstesins Feuer und fühlte sich doch mit seinem eigenen Her-zen nicht ausgesöhnt. Er schritt einher, doch wie ein