Band 
Erster Theil.
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Monaten wurde die Reform auf dem geregelten Wege mitStimmenmehrheit angenommen. Von Murten aus ver-breitete sie sich über die umliegenden Ortschaften. „Laßtuns nach Murten zur Predigt gehen, sagten an den Fest-tagen die Leute von Manche und Petcrlingen zu einander:wir wollen es einmal ansehen." Sie gingen lachend vonHaufe, sich ermunternd, oder sich gegenseitig vor derneuen Lehre verwahrend; auf dem Heimwege erörtertensie, was dieselbe Wahres enthalten könnte. Bald gabes eine kleine Heerde von Reformirten in den beidenStädten. Bern nahm sie unter seinen Schutz und er-neuerte sein Burgrecht mit Avenche und Peterlingen unterder Bedingung, daß sie Gewissensfreiheit achteten. So-bald die Fackel des Evangeliums diesen Ortschaften leuch-tete, zog Farel weiter^).

Nachdem Viel die Reformation aus dem Munde desfrommen Wittenbach empfangen hatte, verbreitete es die-selbe an den Ufern des kleinen Sees und in den zunächst-gelegenen Thälern des Zura. Bogenförmig zieht sich dasSt. Zmmerthal von Viel bis nach Lachaux-de-Fonds.Die Herren von Viel besaßen daselbst die hohe, mittlereund niedere Gerichtsbarkeit, den Heerbann, das Kollatur-recht der Kirchen, die Schirmvogtei über das Chorherrn-kapitel. Einzig die Souveränität stand dem Bischof vonBasel zu. Nun versammelten sie alle Pfarrer des Thales,und da sie dieselben bereitwillig fanden, die Messe aufzu-geben , so bemächtigten sie sich der Kirchengüter, setzten denPfarrern und Chorherren Pensionen aus, und führten imLande die Reform ein. Zu Diefse hatten sie die nämlicheRevolution bewerkstelligt. Hier aber hörte ihre Wirk-

17) Berner Archive, Sendschreiben. — kuokst II. 176, 186. — Leekroili^ueur p. 60.