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samkeit cmf. In Norden des St. Jmmerthales dehnensich im Jura die Thäler der Prevote aus. Eine alteStiftskirche, deren Vorsteher den Titel Prevot führte,hatte dem Lande den Namen gegeben. Das Kapitel saßzu Moutiers , einem weitläufigen Flecken, dessen Einwoh-ner dem Bischof von Basel Unterthan, aber durch einaltes Burgrecht mit Bern verbündet waren. Kaum hattediese Stadt die Reform angenommen, als dieselben sichan Bern mit ihren Beschwerden über den Prevot wandten.„So viel für das Wachs, so viel für das Grab, so vielfür das Geleite, unendlich sei es," klagten sie, „was manvon ihnen forderte." Einmal im Jahr, zum Beispiel,versammelte sie der Prevot in der Kirche, befahl ihnen,ihm ihre geheimen Sünden zu bekennen, und so bald siedieselben geoffenbart, verurtheilte er sie zu einer Bußevon drei Pfund Baslergeld. Bern , welches gebeten wurde,das arme Volk zu beschützen, schickte Farel in die Prevote.
Dieser erschien zuerst zu Tavannes. Er trat in denTempel, als der Priester gerade Messe las, ergriff dasWort und predigte mit solcher Heftigkeit, daß alles Volk,nachdem er geendet hatte, einmüthig die Bilder und Altärezerstörte. Der arme Priester konnte seine Messe nichtendigen; er entfloh noch in seinem Priestergewande, undhielt sich für verloren. Wie zu Tavannes machten es dieEinwohner zu Sornetan und Moutiers . Trotz allerKlagen des Bischofs zog Farel mit erstaunlicher Kühn-heit von Ort zu Ort, lies die Kreuze zertrümmern, dieGemeinden versammeln, das Mehr aufnehmen und dasLand reformiren. Bern glaubte, ihm Mäßigung anem-pfehlen zu müssen. „Begnüget Euch damit", schrieb es ihm,„die Aufgabe eines Predigers des Evangeliums zu erfül-len, und bemühet Euch hauptsächlich, dem Volke beizu-bringen, was das Wesen der christlichen Freiheit ist; denn,
rill. Bd. «