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lungen entzog und in das Gefängniß führen ließ. Nachkurzer Zeit setzte der Landvogt, der von Bern war, Hol-lard in Freiheit, und legte an seiner Statt Zuliani ge-fangen. Nun rottete sich das Volk zusammen. Allesschrie: „Warum habet ihr unfern würdigen Vater ver-haftet und Hollard freigelassen?" Der Landvogt erwie-derte : „Ich habe den Mönch auf Befehl der Herren vonBern festgesetzt, und Hollard gegen Bürgschaft entlassen."Als er über den Marktplatz ging, kamen Frauen aus derStadt auf ihn zu, fielen vor ihm auf die Knie, undriefen mit Thränen in den Augen: „Erbarmen, Gnadefür unfern würdigen Vater Zuliani!" — „Ich habe meineBefehle, antwortete er, und muß sie vollziehen."
Inzwischen schickten Bern und Freiburg Abgeordnetenach Orbe. Die von Bern brachten Farel mit, um ihnpredigen zu lassen. Er bestieg die Kanzel; allein Män-ner, Weiber und Kinder erhoben ein so schrecklichesGeheul, daß man des lieben Gottes Donner nicht hättehören können. Farel benahm sich, wie ein längst ansolchen Empfang gewöhnter Mann; aber seine Festigkeitreizte die Menge zu offenem Aufruhr. Sie stürzten aufden Prediger, mißhandelten ihn, und er wäre umgebrachtworden, hätte ihn der Landvogt nicht am Arm genommen,und in seine Wohnung geführt. Farel verlor den Muthnicht. Am folgenden Morgen um sechs Uhr wollte erauf dem Platze predigen, allein er konnte sich kein Ge-hör verschaffen. Gegen den Abend erwarteten ihn diezusammengerotteten Frauen; sie warfen ihn zu Bodenund mißhandelten ihn mit Schlägen; ihren Händen entrißihn ein Edelmann, Peter von Gleyresse, und sagte:„Verzeiht mir für diesmal, meine Damen, ich will dieSache auf mich nehmen." An der Spitze dieser Frauenstand eine edle Freiburgerinn, Elisabetha Reif, die Frau
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