Band 
Erster Theil.
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dursten. Froments Muth wankte. Wie konnte erpredigen, ohne augenblicklich festgenommen, vielleichtin die Rhone geworfen zu werden? Er fand ein Mittel:er eröffnete eine Schule, worin er Junge und Alte dasLefen und Schreiben in einem Monat zu lehren versprach.Die Schule füllte sich. Die Kinder brachten ihre Vaterund Mütter mit. Froment erklärte ihnen die hl. Schrift.Mehrere, nachdem sie ihm zugehört, segneten Gott .

Am Neujahrstag 1533 drängte sich eine solche Mengein den Saal, worin Froment predigen sollte, daß erselbst nicht hinein zu gelangen vermochte. Das Haus,die Vorhalle, und die anstoßenden Straßen waren vonMenschen angefüllt. „Auf den Molard! Predigt uns dasWort Gottes auf dem Molard!" schrieen alle. Er ant-wortete ihnen: „Dieses Wort ist es auch, das ewigdauern wird." Von der Menge getragen, stieg er aufden Stuhl eines Fischweibes, winkte Stille mit der Hand,kniete nieder, rief Gott an und predigte über den Text:„Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafs-fellen zu euch kommen und innerlich reifsende Wölfe sind.An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen." Als diePredigt etwas lange dauerte, schickte der Rath seinenDiener, ihm die Fortsetzung zu untersagen. Ohne seinenSatz zu unterbrechen, antwortete ihm Froment mit ver-stärkter Stimme: „Es ist besser Gott zu gehorchen, alsden Menschen." Dann wandte er sich an das Volk:„Laßt euch nicht stören, meine lieben Freunde! sondern ver-nehmet die Schilderung, welche unser Herr Jesus Chri-stus von den falschen Propheten macht." Nun brand-markte er die Männer mit langen Gewändern, welchedie Seligkeit verkauften, die Wittwen betrogen, die Heerdeverzehrten und Nichts fürchteten, als ihre reichen Ein-künfte zu verlieren. Bald wurde er von Neuem unter-