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Auf diesem Platz war das Geschütz aufgepflanzt; dieBüchsen geladen, die Hellebarden bereit einzuhauen, undniemand wagte, zum Frieden zu reden, aus Furcht füreinen Lutheraner gehalten zu werden und Bändels Looszu theilen. Die Luft ertönte von Lästerungen, Geschreiund Jammer, als durch göttliche Fügung ehrbare Kauf-leute aus Freiburg auf dem Schauplatze erschienen. Diesegingen von einer Partei zur andern, und ließen die WorteFreunde, Mitbürger hören; die Reformirten schenkten ih-nen zuerst Gehör; die Priester und ihr Anhang bestandendarauf, die Sache auszufechten. „Wir bitten Euch,Ihr Herren," sagten die Freiburger zu ihnen, „nichtso stolz zu sein; wenn der Kampf beginnen müßte, wolltenwir lieber auf ihrer als auf Euerer Seite stehen; denn siesind andere Kriegsleute, und halten bessere Ordnung, alsIhr." Diese Worte führten zu einem Vergleiche. DerFriede wurde geschlossen. Die Weltlichen unter ihrenHauptleuten und die Geistlichen unter dem bischöflichenVikar schwuren, ihn zu kalten. Es wurde eine allgemeineProzession veranstaltet, welcher auch die Lutherischen bei-wohnten. Dann feierten alle Bürger das Osterfest, dieReformirten bei einem der Ihrigen, nach der einfachenEinsetzung des Erlösers; die Katholiken bei St. Petervor ihren reichen Altären. Sie trugen dabei ihre Waffen,was vorher nie gesehen worden war.
Indessen verstrichen einige Wochen, ohne daß die Ruheder Stadt wieder ernstlich gestört worden wäre. Im Mo-nat Mai war die Lyonermesse, welche die Reformirten,größtentheils Kaufleute, zahlreich besuchten. Die Strei-tigkeiten erneuerten sich unter ihren in Genf zurückgebliebe-nen Freunden und den eifrigsten Anhängern der Priester.Eines Tages, am 4. Mai, zankten sich einige Bürger aufdem Spaziergang, ehe sie zum Abendtrunk gingen; man zog