einen ungläubigen Richter diesen Zuden vorzog, welche das-Gesetz zur Vorschrift hatten?" Furbity begnügte sich, zuwiederholen, daß er sich ohne Erlaubniß seiner Oberenin keine Erläuterung einlassen werde. Nach einigen Tagenbesann er sich jedoch eines Andern und sagte, er sei be-reit, seine Sache mit der heiligen Schrift zu beweisen.Demnach versammelte sich der große Rath, um ihn an-zuhören. Der Gegenstand, welcher damals bei jederDisputation immer zuerst in Frage kam, war die Auto-rität, welche in Glaubenssachen anzunehmen erlaubt sei.Furbity stellte die Autorität der Kirche, Farel die derheiligen Schrift auf. „Ich kann mir keine Kirche vor-stellen, sagte der katholische Doktor, ohne ein Haupt,das ihr die Gesetze gibt." — „Zch auch nicht, erwiederteFarel; aber nach meiner Ansicht ist Zesus Christus diesesHaupt, und nicht der Papst." — „Nach Zesus Christus,erwiederte Furbity, haben die Apostel die Sprache derAutorität geführt, und haben ihrerseits den Concilien, derKirche und den Päpsten die Aufgabe des Unterrichts unddie Macht zu schließen und zu öffnen übertragen."— „DieseMacht liegt im Evangelium," entgegnete der Reformator;„wer das Evangelium im Herzen hat, besitzt sie; keinMensch, wäre er Apostel, wäre er Petrus selbst,besitzt eine andere Gewalt, als die er dem göttlichenWorte entnimmt, denn dieses allein macht uns zu Ge-sandten Gottes. Es ist's, welches zwischen der Kirche derApostel und einer gewissen Kirche, deren letzter Beweisimmer durch den Scharfrichter geleistet wird, einen Unter-schied macht. Die Eine erkennt man an ihrem Wesen,das sanft ist, demüthig und voll Liebe, wie ihr Stifter;die andere setzt den Königen den Fuß auf den Nacken." —Furbity wandte Farels Regel auf das an, was er vor-Augen hatte; er untersuchte, wo Sanftmuth und Demuth zu
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