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Er zog von Stadt zu Stadt, von Fest zu Fest. Er em-pfing zwar große Ehrenbezeugungen; aber er hatte Ver-trauen gesucht, welches man nur der Macht schenkt.Mit einem zahlreichen Adel begab sich Karl nach Morges ,und versammelte daselbst die Stände. Man sprach vonBefestigung der Schlösser. Die übrige Zeit ging ver-loren unter Anhörung der Klagen des Landes über dieGeistlichkeit, welche sich hartnäckig in bürgerlichen Sachenkeinem weltlichen Gerichte unterziehen wollte. Karl ließdie Edikte, worin die Reform verboten war, erneuern;dafür steckten die Evangelischen von Peterlingen eineHahnenfeder auf ihre Mütze, um ihn auf seiner Durch-reise zu höhnen. Der schwache Fürst zog über die Bergezurück, und begab sich nach Bologna , den Kaiser umHülfe anzuflehen. Voll neuer Hoffnung verließ er dieseStadt 'H.
Nun wurde Alles um Genf wieder rege. Die flüch-tigen Mammeluken, der waadtländische Adel, die Savoyar-den machten sich auf. Auch der Marschall von Burgund ,Bruder des Bischofs von Genf , rückte mit sechstausendMann heran, die er in den Ländereien der Abtei St. Claude und im kaiserlichen Burgund ausgehoben hatte. Zn Genf hatten die Herzoglichen sich heimlich bewaffnet und die Stadtzu überliefern versprochen. Alles war auf den 31. Zuli1534 verabredet. Schon harrten zweitausend Mann theilsam Thore von Rive, theils hielten sie sich von der Seeseiteher auf Schiffen bereit, in die Stadt zu dringen; schonwar Perceval von Pesme , der Anführer der Katholikenin ihren frühern Aufständen, jetzt das Haupt der Ver-
14) kuokst III, 142. — Dokumente über das Waadtland. — BernerArchive, welsche Sendschreiben. — Briefwechsel zwischen Karl unddem Herrn von Lullin, in den waadtländischen Archiven.