Band 
Erster Theil.
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haltet euch nicht darüber auf, wenn die Geistlichkeit un-geregelt bleibt, wie ihr; wollt ihr sie aber reformiren,so zeiget ihnen den Weg dazu. Habet ihr diesen Entschlußgefaßt, dann lasset keck die Prediger kommen." Sosprach Bonivard. Täglich ermähnten seine schneidenden,freien Worte, das Zoch der Priester und Karls IH. ab-zuwerfen. Nichts desto weniger unternahm er, voll thö-richten Vertrauens, eine Reise ins Waadtland; plötzlichumringten ihn hier die Leute des Herzogs, verhaftetenihn und warfen ihn als Gefangenen in die Kerker vonChillon «).

Die Revolution griff immer weiter um sich. NeueVerfolgungen in Frankreich hatten neue Flüchtlinge aus-gestoßen, und die Sache der Reform verschönerte sich durchdas Wort dieser Märtyrer. Sie hatte sich enge mit derLiebe zu den öffentlichen Freiheiten verknüpft. Die Zeitkam, wo sie die Mehrheit der Bürger für sich hatte undwo kein Ereignis mehr stattfand, das nicht zu ihrer Be-schleunigung gedient hätte. Eines Tages, zum Beispiel,verbreitete sich das Gerücht, die Priester hätten versucht,Farel, Viret und Froment zu vergiften; zu diesem Endehätten sie, unter dem Vorwand christlicher Liebe, einearme Fremde als Magd in das Haus gebracht, worindie Prediger wohnten; die Vorsehung lenkte es, daß Viretallein von dem vergifteten Gerichte aß; noch hoffte man,sein Leben zu retten. Die Bürger beteten zum Himmelum die Erhaltung des Predigers, und bezeigten denlebhaftesten Unwillen gegen die runden Mützen Baldnachher erging das Gerücht, die Leute des Herzogs hätten

19) In dem Gehölze der Sennhütte von Gebet. — I.s Lorbiers,

aiUiquiles äs Ksnsve. — llkroniqus äs Lonivsrä.

20) Frement. — äsanns äs äussis. — Nieset, III. Buch, Kap. 31. —

Prozeß von Antonia, in den Werner Archiven.